Der Halbleiterspezialist Wolfspeed steht am heutigen Dienstag im Fokus der Anleger. Während die Aktie mit einem kräftigen Aufschlag in den Handel startete, trübt eine neue Analystenbewertung das fundamentale Bild. Das Unternehmen, das sich auf Siliziumkarbid-Lösungen konzentriert, zeigt sich damit inmitten einer volatilen Phase für die gesamte Branche.
Positive Impulse durch Marktstudie
Die deutliche Kursreaktion folgt auf Berichte über eine aktuelle Studie von Citrini, die dem Wert neues Momentum verlieh. Im frühen Handel verzeichnete das Papier zeitweise deutliche Zuwächse, nachdem bereits am Montag eine Erholung eingesetzt hatte. Der aktuelle Kurs von 26,24 USD entspricht einem Plus von 7,76 % gegenüber dem gestrigen Schlussstand von 24,35 USD. Damit setzt die Aktie ihren kurzfristigen Erholungspfad fort, nachdem sie in den vergangenen 30 Tagen massiv unter Druck geraten war.
Dieser Aufschwung erfolgt in einem Marktumfeld, in dem auch andere Chipwerte wie Micron oder Nvidia von einer allgemeinen Sektor-Stärke profitierten. Bei Wolfspeed scheinen Marktteilnehmer zudem darauf zu setzen, dass die Talsohle nach den jüngsten Kursverlusten erreicht sein könnte, was zu einer verstärkten Nachfrage führt.
Wall Street Zen geht auf Distanz
Im Kontrast zur Kursstärke steht eine aktuelle Einschätzung der Analyseplattform Wall Street Zen. Diese hat das Rating für Wolfspeed am heutigen Dienstag auf „Strong Sell“ herabgestuft. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt derzeit bei 25,00 USD, was nahe am aktuellen Kursniveau angesiedelt ist. Bereits am 21. Juli hatte die Investmentbank Susquehanna ihr Kursziel für den Titel von 40 auf 30 USD gesenkt, behielt jedoch die Einstufung „Neutral“ bei.
Die Skepsis einiger Marktbeobachter gründet sich unter anderem auf die im Mai gemeldeten Quartalszahlen. In diesem Zeitraum verbuchte Wolfspeed einen Verlust pro Aktie (EPS) von -3,26 USD. Zwar übertraf das Ergebnis damit den Marktkonsens von -3,78 USD, doch der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 19 % auf 150,2 Millionen USD. Das Management steht weiterhin vor der Herausforderung, die Kosten im Griff zu behalten, während der Markt für Leistungshalbleiter im Automobilsektor schwankt.
Institutionelle Investoren nutzen das Kursniveau
Trotz der vorsichtigen Analystenstimmen signalisieren Daten zu institutionellen Portfolios ein anhaltendes Interesse großer Anleger. Wie aus aktuellen Pflichtmitteilungen hervorgeht, hat Lazard Asset Management im ersten Quartal des laufenden Jahres eine Position von 110.041 Wolfspeed-Aktien aufgebaut. Der Wert dieser Beteiligung wurde zum Zeitpunkt der Meldung auf rund 1,796 Millionen USD taxiert.
Auch andere Häuser wie Stifel Financial und Summit Securities haben ihre Bestände zuletzt aufgestockt. Diese Zukäufe deuten darauf hin, dass professionelle Investoren das Potenzial der Wolfspeed-Technologie langfristig positiv bewerten könnten. Ob die aktuelle Kursstärke nachhaltig ist oder ob sich die fundamentale Skepsis der Analystenhäuser durchsetzt, dürfte maßgeblich von der weiteren Entwicklung der operativen Margen in den kommenden Berichtsperioden abhängen.
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