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Wirecard: Der nächste Absturz – Was ist diesmal los?

Bereits zum zweiten Mal in dieser Woche ganz starke Nerven brauchen die Aktionäre des Online-Bezahlabwicklers Wirecard. Bereits am Mittwoch stürzten die Aktien um über 25% bis auf 126 Euro ab, nachdem die Financial Times über verdächtige Geschäftspraktiken in Asien berichtet hatte, die wohl aus einer internen Präsentation von Wirecard selbst hervorgehen, die der FT vorlägen.

Nachdem das Wirecard-Management die Gerüchte vehement dementierte, erholten sich die Aktien wieder bis auf 152 Euro am gestrigen Handelstag. Und auch einige Analysten waren der Meinung, dass an den Gerüchten nichts dran ist und erhöhten sogar ihr Kursziel (z.B. hier).

Nun der nächste Schock. Wer sich schon am Mittwoch bei den zwischenzeitlich erreichten 126 Euro verwundert die Augen gerieben hat, dürften seinen Sehorganen aktuell kaum trauen. Denn Wirecard-Aktien rauschen um 28% auf 105 Euro in die Tiefe und nähern sich damit sogar dem zweistelligen Kursbereich.

Auslöser für den neuerlichen Kursrutsch ist ein weiterer Bericht der Financial Times, der diesmal noch konkreter wird und sich auf Ergebnisse beruft, die eine Anwaltskanzlei auch dem Wirecard-Management präsentiert hat und die Beweise über Fälschungsdelikte, u.a. betreffend der Sektion 477a des Strafgesetzbuches in Singapur, beinhalten soll. Die FT schreibt weiter, dass die Fälschungen vorsätzlich erfolgt sind und damit den Verdacht erwecken, andere Strafdaten wie z.B. Geldwäsche zu vertuschen. Wirecard selbst dementiert auch diesmal wieder vehement und weist alle Anschuldigungen von sich. Was aber aktuell wenig nützt, denn die Anleger sind inzwischen maximal verunsichert und stoßen panisch ihre Papiere ab. Inzwischen ermittelt auch die Staatsanwaltschaft München zusammen mit der BaFin bezüglich des Verdachts der Marktmanipulation.

Man darf gespannt sein, wie sich der Fall in den nächsten Tagen weiterentwickeln wird. Eine Beruhigung der Lage scheint aber nicht in Sicht, da die FT die Veröffentlichung weiterer Dokumente angekündigt hat. Es könnte also (leider) ein ganz heißer Februar für Wirecard-Aktionäre werden. Und viele ältere Anleger fühlen sich sicher vermutlich inzwischen an die Kurskapriolen aus den Zeiten des Neuen Marktes erinnert…

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