Die Schweizer Großbank UBS sieht für die Papiere von Wienerberger weiteren Abwärtsdruck. Analyst Julian Radlinger bestätigte heute seine Verkaufsempfehlung für den österreichischen Baustoffkonzern.
Das Kursziel reduzierte der Experte drastisch von 18,00 auf 14,50 Euro. Ausschlaggebend für diesen Schritt sind nach unten korrigierte Schätzungen nach der jüngsten Gewinnwarnung des Unternehmens. An der Börse gibt der Titel heute um 0,8 Prozent auf 15,96 Euro nach.
Gekappte Jahresziele belasten das Umfeld
Hintergrund der pessimistischen Neueinschätzung ist die operative Eintrübung, die Wienerberger mit reduzierten Zielen für das Gesamtjahr einräumen musste. Der Konzern erwartet für 2026 nur noch ein operatives EBITDA in der Spanne von 640 bis 650 Millionen Euro.
Für das dritte Quartal zeichnet sich dabei ein Umsatz von etwa 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro bei einem operativen EBITDA zwischen 170 und 180 Millionen Euro ab.
Als Hauptursachen für den Rückgang gelten die anhaltend schwache Nachfrage im Wohnungsneubau, die insbesondere die Märkte in Großbritannien und Nordamerika bremst. Gleichzeitig drücken gestiegene Ausgaben für Energie, Rohstoffe und Logistik auf die Margen. Als Reaktion darauf leitete der Vorstand beschleunigte Maßnahmen zur Kostenoptimierung ein und stieß eine umfassende strategische Überprüfung an.
Skepsis unter den Branchenbeobachtern
Mit der deutlichen Kurszielsenkung liegt die UBS unter dem Niveau anderer Marktakteure, wenngleich auch dort Vorsicht dominiert. Am Mittwoch stufte das Analysehaus Jefferies die Wienerberger-Aktie im Rahmen einer Erstaufnahme mit „Hold“ und einem Kursziel von 16 Euro ein.
Als Begründung nannten die Analysten fehlende kurzfristige Erholungssignale im US-Wohnungsbau sowie die Erwartung, dass stützende Impulse aus europäischen Staatsausgaben erst im Jahr 2027 greifen dürften.
Seit dem Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 48 Prozent und spiegelt damit die schwere Krise im Bausektor wider. Für Anleger verschiebt sich der Fokus nun auf den 12. November 2026. An diesem Tag will Wienerberger die detaillierten Geschäftsergebnisse für die ersten neun Monate vorlegen und zugleich ein Update zu den Fortschritten der strategischen Überprüfung sowie dem Sparprogramm präsentieren.
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