Die jahrelange Flaute am Bau nähert sich ihrem Ende. Neue Daten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) versprechen eine fundamentale Erholung des Sektors. Für den Weltmarktführer Wienerberger markiert dies einen Wendepunkt nach einer harten Durststrecke.
DIW erwartet deutliches Wachstum
Das DIW prognostiziert für 2026 erstmals seit fünf Jahren wieder ein preisbereinigtes Wachstum des deutschen Bauvolumens. Die Experten erwarten ein Plus von 1,7 Prozent. Im Folgejahr soll sich dieser Zuwachs auf 3,4 Prozent beschleunigen.
Besonders der Wohnungsbau dürfte die Nachfrage nach Ziegeln ankurbeln. In diesem Segment rechnet das Institut für 2027 mit einem Plus von 6,1 Prozent. Starke Impulse kommen parallel dazu aus dem öffentlichen Sektor.
Staatliche Investitionspakete sollen den Tiefbau im Jahr 2026 um zehn Prozent anschieben. Der Bundestag hat passend dazu Maßnahmen beschlossen, um Planungsverfahren spürbar zu beschleunigen. Dies soll den Überhang an genehmigten Bauprojekten schneller abbauen.
Skepsis an den Finanzmärkten
Die Finanzierung bleibt indes ein Unsicherheitsfaktor. Eine Umfrage des Genoverbands zeigt, dass Banken bei Krediten wegen strenger Nachhaltigkeitsregeln zurückhaltender werden. Wienerberger versucht diesen Druck durch eine CO2-arme Produktion abzufedern.
An der Börse herrscht derweil noch Vorsicht. Die Aktie beendete die Woche mit einem Minus von 1,75 Prozent bei 23,54 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust damit auf rund 22 Prozent.
Charttechnisch bleibt die Lage schwierig, da das Papier knapp elf Prozent unter seiner 200-Tage-Linie notiert. Die nächste wichtige Unterstützung liegt beim Tief vom März bei 20,88 Euro.
Am Montag richten Anleger ihren Blick auf die Konkurrenz. Die Investmentbank Jefferies hob das Kursziel für Saint-Gobain auf 134,60 Euro an. Positive Signale für Branchenkollegen könnten auch die Wienerberger-Aktie stabilisieren.
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