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Western Digital Aktie: 240-Dollar-Spanne zwischen Citigroup und UBS

Trotz massiver Kursverluste von über 40% seit Rekordhoch liegen die Analystenziele für Western Digital weit auseinander – von 560 bis 800 Dollar.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie verliert 40% seit Rekordhoch
  • Citigroup und UBS mit stark abweichenden Kurszielen
  • Freier Cashflow steigt trotz Kursturbulenzen
  • Nächste Quartalszahlen am 5. August

Western Digital erholt sich am Freitag um 2,18 Prozent auf 416,70 Euro. Die Erholung wirkt fast zerbrechlich. In den vergangenen sieben Handelstagen hat die Aktie 18,36 Prozent verloren, binnen eines Monats sogar 32,73 Prozent.

Der Ausverkauf traf die gesamte Speicherbranche. US-Halbleiterwerte brachen ein und zogen den Nasdaq mit nach unten. Grund waren KI-bezogene Sorgen, während starke US-Wirtschaftsdaten Dollar und Anleiherenditen zugleich nach oben trieben.

Ein Beben mit globalen Nachwirkungen

Die Unruhe blieb nicht auf die USA beschränkt. In Südkorea griffen Regulierer bei gehebelten ETFs durch, nachdem die Marktvolatilität Rekordwerte erreicht hatte. Ausländische Investoren zogen ihr Kapital so schnell ab wie seit 25 Jahren nicht mehr.

Hinzu kommt Unsicherheit aus der US-Notenbank. Der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh hat seinen Kommunikationsstil zurückhaltender gestaltet. Das erschwert Investoren die Einschätzung künftiger Zinsentscheidungen.

Im Vergleich zur Konkurrenz kam Western Digital noch glimpflich davon. Der US-Chipindex verlor rund 4 Prozent, Sandisk brach um 12,5 Prozent ein, Seagate um 10 Prozent. Bereits Anfang des Monats hatte eine Prognosesenkung für SK Hynix die gesamte Speicherbranche erschüttert: Die südkoreanische Brokerfirma KIS senkte ihre Schätzung für den operativen Gewinn im zweiten Quartal auf 60,4 Billionen Won – rund 8 Prozent unter dem Marktkonsens von 65 Billionen Won.

Analysten liegen 240 Dollar auseinander

Die Aktie notiert inzwischen mehr als 40 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 696,30 Euro vom 18. Juni. Trotzdem – oder gerade deshalb – gehen die Einschätzungen der Wall Street weit auseinander. Am Montag fiel der Kurs um rund 5 Prozent im Zuge des breiten Ausverkaufs. Citigroup hob zeitgleich ihr Kursziel auf 800 Dollar an, während UBS bei einem neutralen Rating nur 560 Dollar ansetzt.

Die Differenz von 240 Dollar entspricht 43 Prozent des aktuellen Aktienkurses. Legt man die Gewinnschätzung von Barchart für das Geschäftsjahr 2027 zugrunde – 18,02 Dollar je Aktie – bewertet UBS das Unternehmen mit dem 31-Fachen des Gewinns. Citigroup kommt auf das 44-Fache.

Der Streit dreht sich um eine zentrale Frage: Wie lange halten sich Preise und Margen für Festplattenspeicher auf dem aktuellen Niveau? Dass künstliche Intelligenz mehr Daten erzeugt, bestreitet niemand. CEO Irving Tan verteidigt die Preissetzungsmacht seines Unternehmens offensiv. „Praktisch jede KI-Arbeitslast erzeugt Daten“, sagte er und verwies auf anhaltende Speichernachfrage, selbst nachdem Rechenprozesse abgeschlossen sind.

Cashflow wächst trotz Kursturbulenzen

Die operativen Kennzahlen zeigen ein anderes Bild als der Aktienkurs. Der freie Cashflow stieg von 599 Millionen Dollar im ersten Geschäftsquartal auf 653 Millionen im zweiten und 978 Millionen im dritten. Über neun Monate summiert sich das auf 2,23 Milliarden Dollar – ein klarer Aufwärtstrend trotz der Marktvolatilität.

Nächster Termin: 5. August

In der kommenden Woche stehen keine Unternehmenstermine an. Die Aufmerksamkeit der Investoren bleibt auf den breiten Halbleitermarkt gerichtet – und auf den nächsten großen Katalysator. Western Digital meldet seine Zahlen zum vierten Quartal und Gesamtjahr 2026 nach Börsenschluss am Mittwoch, den 5. August, inklusive Earnings Call am selben Tag.

Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 487,86 Euro, mehr als 14 Prozent über dem Freitagsschluss. Der RSI von 38,7 signalisiert überverkauftes Terrain. Die 30-Tage-Volatilität liegt bei über 107 Prozent annualisiert – deutlich erhöht, während der Markt bis August auf einen tragfähigen Boden für die Speicherbranche wartet.

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Diskussion zu Western Digital

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.