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Warner Bros. Discovery Aktie: Übernahmekrimi spitzt sich zu

Netflix bietet 27,75 Dollar je Aktie für Streaming-Sparte, während Paramount mit 30 Dollar für das Gesamtunternehmen kontert. Das WBD-Board empfiehlt den strukturierten Netflix-Deal.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Netflix legt reines Barangebot für Streaming-Aktivitäten vor
  • Paramount bietet höheren Preis für Komplettübernahme
  • WBD-Board empfiehlt Annahme des Netflix-Deals
  • Aktionärsabstimmung bis April 2026 erwartet

Netflix legt nach – aber Paramount gibt nicht auf. Im Ringen um Warner Bros. Discovery stehen die Aktionäre vor einer echten Richtungsentscheidung: Teilverkauf an Netflix mit Abspaltung des TV-Geschäfts oder Komplettübernahme durch Paramount Skydance. Entscheidend ist dabei nicht nur der Preis, sondern auch die Struktur der Angebote.

Netflix zieht auf All-Cash-Angebot um

Am Dienstag, 20. Januar 2026, haben Warner Bros. Discovery (WBD) und Netflix ihre bereits geschlossene Vereinbarung nachgebessert. Netflix will nun die Streaming- und Studiosparte von WBD vollständig in bar übernehmen – für 27,75 US‑Dollar je WBD-Aktie.

Zuvor war ein Mix aus Bargeld und Aktien vorgesehen. Mit der Umstellung auf ein reines Barangebot soll die Unsicherheit durch schwankende Netflix-Kurse aus dem Spiel genommen werden. Für WBD-Aktionäre bedeutet das: klarer festgelegter Gegenwert statt Marktvolatilität.

Gleichzeitig hat WBD am 20. Januar eine vorläufige Stimmrechtsunterlage (Proxy Statement) bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Damit wird der Prozess in Richtung einer Aktionärsabstimmung beschleunigt; die Hauptversammlung zur Abstimmung über den Netflix-Deal wird nun bis April 2026 erwartet.

Zum Paket gehört auch eine tiefgreifende Umstrukturierung: Die Sparte Global Linear Networks – darunter lineare TV-Marken wie CNN und HGTV – soll in eine eigenständige Gesellschaft namens Discovery Global abgespalten werden. Netflix würde damit den Kern der Inhalte- und Streaming-Aktivitäten übernehmen, während die Altaktionäre zusätzlich Anteile an Discovery Global halten.

Paramounts Gegenangriff: Höheres Gebot und juristischer Druck

Der Schritt von Netflix ist eine direkte Reaktion auf den feindlichen Übernahmeversuch von Paramount Skydance. Paramount bietet 30 US‑Dollar je Aktie – allerdings für das gesamte Unternehmen Warner Bros. Discovery.

Das Board von WBD hat dieses Angebot bislang einstimmig als „unterlegen“ und „unangemessen“ eingestuft und empfiehlt den Aktionären, es abzulehnen. Trotzdem bleibt Paramount am Ball: Laut Berichten vom 21. Januar 2026 will Paramount Skydance die Frist für sein feindliches Übernahmeangebot verlängern.

Parallel geht Paramount juristisch in die Offensive. Das Unternehmen hat Klage gegen den WBD-Verwaltungsrat eingereicht und kündigt an, auf der Hauptversammlung 2026 eigene Kandidaten für den Verwaltungsrat zu nominieren. Ziel ist es, das Gremium zu einem konstruktiven Gespräch und letztlich zur Prüfung des eigenen Angebots zu zwingen.

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Damit stehen sich zwei Modelle gegenüber:

  • Netflix-Angebot (freundlich, strukturiert)
  • 27,75 US‑Dollar in bar je Aktie für Streaming- und Studiosparte (u. a. Warner Bros. Pictures, HBO, DC Studios)
  • Abspaltung der linearen TV-Sender in Discovery Global
  • Empfehlung des WBD-Boards: Annahme des Netflix-Deals, Ablehnung des Paramount-Angebots

  • Paramount-Skydance-Angebot (feindlich, Komplettübernahme)

  • 30 US‑Dollar je Aktie für das gesamte Unternehmen
  • Keine Abspaltung, WBD würde vollständig in Paramount Skydance aufgehen
  • Massive Druckmittel: Klage gegen den Verwaltungsrat und Versuch, den Board neu zu besetzen

Finanziell wirkt das Paramount-Gebot auf den ersten Blick attraktiver, die Netflix-Lösung setzt dagegen auf Transaktionssicherheit, klar strukturierte Assets und Unterstützung durch das bestehende Management.

Marktreaktion und Einordnung

Die anhaltende Unsicherheit hinterlässt Spuren im Kurs. Seit Beginn der Übernahmespekulationen Ende 2025 ist WBD spürbar volatiler geworden. Der Titel notierte am Freitag bei 24,08 Euro und liegt damit rund 18 % unter seinem 52‑Wochen-Hoch, aber noch deutlich über dem Zwölfmonatstief.

Diese Schwankungen spiegeln die Abwägung der Anleger wider: Einerseits der höhere Nennpreis des Paramount-Gebots, andererseits die Frage nach Umsetzbarkeit, Timing und regulatorischen Risiken beider Modelle. Hinzu kommen Sorgen über Integrationsaufwand und Finanzierung auf Käuferseite, die im Fall von Netflix bereits Druck auf den Kurs des Streamingriesen ausgeübt haben.

Nächste Wegmarken und Ausblick

Die nächsten Monate werden von klaren Terminen geprägt:

  • Bis April 2026 soll die Aktionärsabstimmung über den überarbeiteten All-Cash-Deal mit Netflix stattfinden.
  • Am 26. Februar 2026 wird WBD voraussichtlich die nächsten Quartalszahlen vorlegen und damit frische Einblicke in Ertragskraft und Verschuldung liefern – ein wichtiger Baustein für die Bewertung beider Gebote.
  • Parallel dürfte Paramount Skydance seinen Druck erhöhen, die Frist für das eigene Angebot verlängern und die geplanten Board-Nominierungen für die Hauptversammlung 2026 vorbereiten.

Für die Aktionäre läuft alles auf eine Entscheidung zwischen einem von Management und Board getragenen, strukturierten Netflix-Deal und einer finanziell höheren, aber konfrontativen Komplettübernahme durch Paramount Skydance hinaus – mit unmittelbaren Weichenstellungen bis spätestens zur Abstimmung im Frühjahr.

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