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Warner Bros. Discovery Aktie: Übernahmekampf spitzt sich zu

Netflix und Paramount Skydance konkurrieren mit Barangeboten um Warner Bros. Discovery. Der Vorstand bewertet Finanzierungssicherheit und regulatorische Risiken, während der Aktienkurs nahe den Geboten notiert.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Netflix prüft Umstellung auf reines Barangebot
  • Paramount bietet höheren Preis und startet Proxy-Schlacht
  • Politische Widerstände gegen Netflix-Übernahme
  • Aktienkurs nähert sich mutmaßlichem Übernahmepreis

Warner Bros. Discovery steht im Zentrum eines immer härteren Übernahmeduells zwischen Netflix und Paramount Skydance. Zwei konkurrierende All-Cash-Angebote, politische Widerstände und eine aktiv werdende Gegenseite im Aufsichtsrat machen die Situation für Anleger ungewöhnlich komplex. Entscheidend ist nun: Welche Kombination aus Preis, Finanzierungssicherheit und Regulierungschancen setzt sich durch?

Netflix dreht an der Offerte, Paramount erhöht den Druck

Ausgangspunkt ist das ursprüngliche Netflix-Angebot vom Dezember 2025: rund 27,75 US‑Dollar je Aktie, bestehend aus 23,25 US‑Dollar in bar und etwa 4,50 US‑Dollar in Netflix-Aktien, insgesamt rund 83 Milliarden US‑Dollar Unternehmenswert. Nach neuen Medienberichten vom 14. Januar prüft Netflix nun, dieses Paket in ein reines Barangebot umzuwandeln.

Der Hintergrund: Ein All-Cash-Deal soll Verunsicherung bei den WBD‑Aktionären reduzieren und das formale Zustimmungsverfahren beschleunigen. Im Gespräch ist eine Vorverlegung der Abstimmung auf Ende Februar oder März 2026. Zur Absicherung der Zahlungsfähigkeit hat sich Netflix demnach bereits 59 Milliarden US‑Dollar Finanzierung über Banken gesichert.

Parallel dazu zieht Paramount Skydance die Zügel deutlich an. Das von David Ellison geführte Konsortium hält an seinem konkurrierenden Angebot von 30 US‑Dollar je Aktie in bar fest – was den Deal auf über 108 Milliarden US‑Dollar taxiert – und geht gleichzeitig juristisch in die Offensive. In Delaware wurde eine Klage eingereicht, die mehr Transparenz zu den finanziellen Details der Netflix-Transaktion erzwingen soll. Zusätzlich hat Paramount eigene Kandidaten für den Verwaltungsrat von WBD nominiert und damit eine klassische Proxy-Schlacht angestoßen.

Die Bewertung an der Börse spiegelt diese Gemengelage bereits wider. Die Aktie schloss gestern bei 28,86 US‑Dollar und liegt damit nur knapp unter dem 52‑Wochen-Hoch – deutlich über den Niveaus des vergangenen Jahres.

Bewertung, Strategie und Politik: Die eigentlichen Konfliktlinien

Der Wettbewerb um WBD zeigt, welchen Stellenwert Inhalte wie Harry-Potter-, DC- und HBO-Marken in der Streaming-Ära haben. Gleichzeitig prallen unterschiedliche Risikoprofile aufeinander: kurzfristiger Aufschlag versus wahrgenommene Finanzierungssicherheit und Integrationsfähigkeit.

Formal ist das Paramount-Skydance-Angebot mit 30 US‑Dollar je Aktie höher als die ursprüngliche Netflix-Offerte. Dennoch hatte das WBD‑Board diesen Vorschlag bereits zurückgewiesen – vor allem mit Verweis auf die Finanzierung. Der Rückzug von sogenannten Affinity-Partnern sowie die hohe Abhängigkeit von widerruflichen Zusagen Larry Ellisons wurden als zentrale Risiken benannt.

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Genau hier setzt die mögliche Netflix-Anpassung an: Ein voll finanziertes Barangebot würde den größten Vorteil des Paramount‑Deals – die klare Cash-Komponente – weitgehend neutralisieren und könnte aus Sicht des Managements als stabilerer Weg für Integration und Synergien gelten.

Ganz frei ist der Weg allerdings nicht. Am 14. Januar sprach sich Ex‑Präsident Donald Trump öffentlich gegen eine Kombination aus Netflix und WBD aus. Diese „America First“-Argumentation findet sich parallel in Anhörungen im Kongress zu großen Tech- und Auslandsinvestitionen wieder und signalisiert potenziell strengere politische und regulatorische Prüfung für einen Netflix‑Deal.

Operativ hat WBD seine Ausgangslage zuletzt verbessert. Die Bruttoschulden wurden von 40,5 Milliarden US‑Dollar Ende 2024 auf etwa 34 Milliarden US‑Dollar Anfang 2026 reduziert, was das Verschuldungsprofil klar entspannt. Diese stärkere Bilanz verschafft dem Vorstand Spielraum, härtere Bedingungen durchzusetzen, anstatt sich aus einer Position der Schwäche auf den ersten Bieter festlegen zu müssen.

Auch die Analystenseite reagiert: Guggenheim stufte den Titel am 14. Januar von „Buy“ auf „Neutral“ ab, erhöhte das Kursziel aber zugleich von 25 auf 30 US‑Dollar. Die Begründung: Der Kurs habe sich dem mutmaßlichen Übernahmepreis weitgehend angenähert – es gehe also weniger um operative Skepsis, sondern um eine ausgereizte Bewertung im Lichte der Gebote.

Ausblick: Entscheidende Wochen vor wichtigen Terminen

In den kommenden Wochen stehen zentrale Wegmarken an. Im Fokus steht die formelle Bestätigung eines möglichen reinen Barangebots durch Netflix. Ein wichtiger Termin ist der 21. Januar 2026, an dem bestimmte Fristen im Zusammenhang mit laufenden Tender-Angeboten auslaufen und so die weitere Taktik beider Bieter beeinflussen können.

Charttechnisch bewegt sich die Aktie aktuell in einer engen Spanne knapp unter der Marke von 30 US‑Dollar, was den Paramount-Preis faktisch als Deckel etabliert. Mit einem Relative-Stärke-Index von 76,5 und einem Kurs deutlich über den gleitenden Durchschnitten deutet sich ein bereits stark gelaufener Titel mit begrenztem kurzfristigem Spielraum nach oben an, solange kein neues, höheres Gebot auf den Tisch kommt.

Das aktualisierte Guggenheim-Ziel von 30 US‑Dollar liegt exakt auf Höhe der feindlichen Offerte und stützt die Sicht, dass der unmittelbare Aufwärtsspielraum ohne Bieterspirale eher begrenzt ist, während die konkurrierenden Angebote nach unten eine Art Preisuntergrenze einziehen. Von entscheidender Bedeutung wird nun die Entscheidung des Gerichts in Delaware über Paramounts Transparenzforderungen: Ein Urteil zugunsten umfassender Offenlegung könnte den Zeitplan von Netflix verlängern und damit der Skydance-Seite zusätzlichen Raum verschaffen, ihr Paket nachzuschärfen oder ihre Einflussnahme über den Verwaltungsrat auszubauen.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.