Der Übernahmekampf um den Mediengiganten Warner Bros. Discovery hat sich über das Wochenende deutlich zugespitzt. Während Netflix mit strategischen Zugeständnissen an die Kinobranche punktet, musste der Rivale Paramount vor Gericht eine empfindliche Niederlage einstecken. Angesichts eines Transaktionsvolumens von rund 100 Milliarden US-Dollar bleibt die Lage für Aktionäre hochspannend: Welches der beiden konkurrierenden Angebote setzt sich am Ende durch?
Gericht stärkt den Zeitplan des Boards
Am Samstag wies ein Gericht im US-Bundesstaat Delaware den Eilantrag von Paramount (Skydance) ab. Der Herausforderer hatte versucht, Warner Bros. Discovery juristisch dazu zu zwingen, Bewertungsdetails zur geplanten Fusion mit Netflix offenzulegen, bevor das eigene Konkurrenzangebot ausläuft. Die Richterin sah jedoch keinen Grund für ein beschleunigtes Verfahren.
Diese Entscheidung ist ein taktischer Erfolg für das Board von Warner Bros. Discovery, das den komplexen Deal mit Netflix favorisiert. Paramount verliert damit die Möglichkeit, über den Gerichtsweg kurzfristig Transparenz zu erzwingen und so den konkurrierenden Fusionsprozess vor dem Stichtag am 21. Januar zu stören.
Netflix ändert Strategie für die Kinoleinwand
Parallel dazu geht Netflix in die Offensive, um Zweifel an der Übernahme auszuräumen. Co-CEO Ted Sarandos kündigte in einem Interview an, für Warner-Filme künftig ein exklusives Kinofenster von 45 Tagen zu garantieren. Dies markiert eine signifikante Abkehr vom bisherigen Geschäftsmodell des Streaming-Dienstes, der Filme meist zeitgleich online stellte.
Dieser Schritt adressiert direkt die Sorgen von Investoren und Branchenvertretern, die befürchteten, eine Übernahme durch Netflix würde das traditionsreiche Kinogeschäft des Studios beschädigen. Sarandos betonte, er wolle „an den Kinokassen gewinnen“, was die Attraktivität des Netflix-Angebots erhöhen dürfte.
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Zwei Angebote im direkten Vergleich
Die Aktie notiert mit einem Schlusskurs von 28,58 US-Dollar am Freitag in Schlagdistanz zum 52-Wochen-Hoch von 29,23 US-Dollar. Aktionäre stehen nun vor der Wahl zwischen zwei grundverschiedenen Szenarien:
- Der Netflix-Deal: Vom Board genehmigt, mit einem geschätzten Wert von ca. 27,75 US-Dollar pro Aktie. Der Plan sieht vor, die Studios und HBO-Assets an Netflix zu verkaufen und die linearen TV-Sender abzuspalten.
- Das Paramount-Angebot: Eine feindliche Offerte über 30,00 US-Dollar pro Aktie in bar für das gesamte Unternehmen. Obwohl dieses Angebot nominal höher liegt und sofortige Liquidität bietet, lehnt die Unternehmensführung es ab.
Zusätzliche Brisanz erhält die Situation durch Berichte über Anleihekäufe von US-Präsident Trump im Umfeld der Fusionsankündigung. Dies könnte angesichts der notwendigen kartellrechtlichen Genehmigungen noch zu politischen Diskussionen führen.
Entscheidungstermin am Dienstag
Der Fokus der Anleger richtet sich nun auf Dienstag, den 21. Januar 2026. An diesem Tag läuft die aktuelle Offerte von Paramount aus. Nach der gerichtlichen Niederlage am Wochenende erwarten Marktbeobachter, dass Paramount die Frist entweder verlängert oder den Machtkampf auf die nächste Hauptversammlung verlagert, um dort gegen die Netflix-Fusion mobil zu machen.
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