Warner Bros. Discovery hat sich für Paramount Skydance entschieden – und gegen Netflix. Der 110-Milliarden-Dollar-Deal ist unterzeichnet, doch bis zum Abschluss liegt noch ein langer Weg vor dem Medienkonzern.
Wie Netflix das Rennen verlor
Die Geschichte dieses Deals ist eine der bemerkenswertesten Kehrtwenden der jüngeren Mediengeschichte. Anfang Dezember 2025 hatte WBD zunächst eine Fusionsvereinbarung mit Netflix geschlossen – ein Abkommen, das Studios und Streaming-Assets für rund 83 Milliarden Dollar übertragen hätte, während das lineare TV-Geschäft abgespalten worden wäre.
Paramount Skydance ließ das nicht widerspruchslos geschehen. Das Unternehmen legte kurz darauf ein Barangebot vor und überarbeitete es in den folgenden Wochen mehrfach. Ende Februar 2026 zog das WBD-Board die Konsequenz: Das Angebot von Paramount in Höhe von 31 Dollar je Aktie – was einem Gesamtwert von rund 77 Milliarden Dollar für das Eigenkapital entspricht – sei dem Netflix-Deal überlegen. Netflix verzichtete auf eine Nachbesserung und zog sich zurück. Paramount zahlte dafür eine Abstandssumme von 2,8 Milliarden Dollar an Netflix.
Der entscheidende Unterschied zum gescheiterten Netflix-Abkommen: Paramount übernimmt das gesamte Unternehmen inklusive der linearen Kabelsender wie CNN – nicht nur Studios und Streaming. Inklusive Schulden beläuft sich das Transaktionsvolumen auf über 110 Milliarden Dollar.
Synergien, Stellenabbau und strategische Vision
David Ellison, CEO von Paramount Skydance, trat nach der Ankündigung erstmals vor die Führungsriege von Warner Bros. Discovery. Er skizzierte eine kombinierte Filmproduktion von 30 Titeln pro Jahr – je 15 aus beiden Studios – mit einem weltweiten Kinoauswertungsfenster von mindestens 45 Tagen.
Paramount erwartet Synergien von über 6 Milliarden Dollar, die durch Technologieintegration, Immobilienoptimierung und Effizienzgewinne im Einkauf entstehen sollen. Dass damit auch Stellenabbau verbunden sein dürfte, gilt in der Branche als offenes Geheimnis – beide Unternehmen haben in den vergangenen Jahren bereits Personal abgebaut.
Analysten gespalten, Insider verkaufen
Die Reaktionen der Analysten fallen unterschiedlich aus. MoffettNathanson stufte WBD nach der Einigung von „Hold“ auf „Strong Buy“ hoch. Wells Fargo nahm die Coverage mit „Equal Weight“ und einem Kursziel von 31 Dollar wieder auf. Bank of America hingegen verwies auf erhebliche Integrations- und Ausführungsrisiken und warnte, der Deal könnte Jahre brauchen, bevor er sich in den Ergebnissen niederschlägt.
Auffällig: Kurz nach der Transaktion nutzten mehrere Topmanager ein geöffnetes Handelsfenster nach den Quartalszahlen für umfangreiche Aktienverkäufe. CEO David Zaslav veräußerte am 3. März Aktien im Wert von rund 113 Millionen Dollar, CFO Gunnar Wiedenfels verkaufte für rund 17,4 Millionen Dollar.
Aktionärsabstimmung und regulatorische Hürden
Der ursprünglich für den 20. März angesetzte Aktionärstermin galt für den nun hinfälligen Netflix-Deal. Für die Paramount-Transaktion ist eine neue Proxy-Dokumentation erforderlich; die Abstimmung wird im Frühjahr 2026 erwartet. Der Abschluss ist für das dritte Quartal 2026 geplant – vorausgesetzt, Regulatoren und Aktionäre stimmen zu.
Letzteres ist nicht garantiert. Der Generalstaatsanwalt von Kalifornien hat bereits eine eigene Prüfung eingeleitet, und demokratische Kongressabgeordnete haben angekündigt, die Transaktion genau unter die Lupe zu nehmen. Sollte der Deal bis zum 30. September 2026 nicht abgeschlossen sein, erhalten WBD-Aktionäre eine vierteljährliche Ausgleichszahlung von 0,25 Dollar je Aktie. Die Aktie notiert derzeit rund 22 Prozent unter dem vereinbarten Übernahmepreis von 31 Dollar – ein Spread, der das verbleibende Abschlussrisiko widerspiegelt.
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