Warner Bros. Discovery steht im Zentrum einer der aggressivsten Übernahmeschlachten der jüngeren Vergangenheit. Paramount hat den Konflikt am Freitag weiter verschärft und geht nun mit harten Bandagen gegen das Management vor. Gleichzeitig versucht Netflix, mit einer überarbeiteten Offerte die Kontrolle zu behalten. Für Aktionäre wird die Entscheidung zwischen zwei fundamental unterschiedlichen Szenarien zur Geduldsprobe.
Paramount bietet 30 Dollar je Aktie – in bar, für das gesamte Unternehmen. Netflix kontert mit 27,75 Dollar für die Studiosparte plus Anteile an einem neuen Kabel-TV-Unternehmen. Beide Seiten kämpfen um die Mehrheit der Stimmen, während die Aktie zwischen den Fronten feststeckt.
Paramount erhöht den Druck
Paramount hat die Frist für sein Übernahmeangebot bis zum 20. Februar 2026 verlängert – ein klares Signal, dass der Konzern nicht aufgeben wird. Das Unternehmen bietet 30 Dollar je Aktie in bar für Warner Bros. Discovery und bewertet damit das Gesamtunternehmen inklusive Schulden auf rund 108 Milliarden Dollar.
Der entscheidende Schritt: Paramount hat einen Proxy-Kampf eröffnet und will den amtierenden Vorstand durch eigene Kandidaten ersetzen. Der Vorwurf lautet, dass das derzeitige Management nicht im Interesse der Aktionäre handle, indem es das Netflix-Angebot bevorzuge – obwohl Paramount deutlich mehr zahle.
Netflix ändert die Struktur
Als Reaktion auf den Druck haben Warner Bros. Discovery und Netflix ihre Vereinbarung angepasst. Statt einer komplexen Mischstruktur setzt Netflix nun ebenfalls auf ein reines Barangebot für die Film- und TV-Studiosparte.
Die wichtigsten Punkte der Netflix-Offerte:
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- 27,75 Dollar je Aktie in bar für die Studiogeschäfte
- Aktionäre erhalten zusätzlich Anteile an „Discovery Global“ – einem neuen Unternehmen, das die Kabelkanäle wie CNN, TLC und Discovery umfasst
- Abstimmung der Aktionäre für April 2026 geplant
Das Management argumentiert, dass die Kombination aus Barzahlung und Beteiligung am verbleibenden Kabelgeschäft langfristig mehr Wert biete als die 30 Dollar von Paramount. Netflix-Vertreter zeigten sich am Donnerstag optimistisch, die nötige Mehrheit der Aktionäre zu gewinnen, und bezeichneten das Paramount-Angebot als „nicht glaubwürdig“.
Unterschiedliche Bewertungen spalten den Markt
Der Markt preist inzwischen ein, dass eine Übernahme wahrscheinlich ist – offen bleibt nur, welche. Die Aktie bewegt sich eng um die angebotenen Kursniveaus. Analysten haben auf die Situation unterschiedlich reagiert: Einige stuften den Titel herab, da die konkurrierenden Barangebote die Kursfantasie deckeln. Solange kein dritter Bieter auftaucht oder einer der beiden seine Offerte deutlich erhöht, bleibt der Spielraum nach oben begrenzt.
Warner Bros. Discovery hat im Zuge der Verhandlungen erstmals detaillierte Zahlen zu einzelnen Geschäftsbereichen veröffentlicht. So soll CNN seine Umsätze von derzeit 1,8 Milliarden Dollar bis 2030 auf 2,2 Milliarden Dollar steigern – getrieben durch digitale Expansion. Diese Projektion soll Aktionäre davon überzeugen, dass die „Discovery Global“-Anteile im Netflix-Szenario echten Wert haben.
Bislang haben laut Netflix nur sehr wenige Aktionäre ihre Papiere an Paramount angedient. Die Fristverlängerung bis zum 20. Februar gibt Paramount nun mehr Zeit, institutionelle Investoren auf seine Seite zu ziehen.
Zwei Wege, eine Entscheidung
Bis Ende Februar müssen sich die Aktionäre zwischen zwei klar definierten Optionen entscheiden: 30 Dollar sofort und vollständig in bar – oder 27,75 Dollar plus die Chance auf weiteres Wachstum im schrumpfenden Kabelmarkt. Welcher Weg sich durchsetzt, hängt davon ab, wie viele Aktionäre dem aktuellen Vorstand das Vertrauen aussprechen.
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