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Warner Bros. Discovery Aktie: Entscheidende Weichenstellung

Netflix bietet nun 27,75 US-Dollar bar je Aktie für Teile von WBD, während Paramount ein höheres, feindliches Gesamtübernahmeangebot vorlegt. Aktionäre müssen zwischen Sofortkasse und Paketlösung entscheiden.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Netflix ändert Angebot zu reiner Bargeldtransaktion
  • Paramount bietet 30 US-Dollar für gesamtes Unternehmen
  • WBD-Verwaltungsrat favorisiert Netflix-Deal
  • Spinoff Discovery Global als zweiter Wertbaustein

Netflix verschärft im Ringen um die Inhalte von Warner Bros. Discovery den Ton – und setzt jetzt auf maximale Klarheit für die Gegenseite. Aus dem bisherigen Mix aus Bargeld und Aktien wird ein reines Cash-Angebot, während parallel ein feindliches Übernahmeangebot von Paramount Skydance im Hintergrund tickt. Im Kern geht es für die WBD-Aktionäre um die Abwägung: Sofortkasse oder Paketlösung mit spätere­m Spinoff-Wert?

Netflix dreht das Angebot auf Voll-Cash

Netflix und Warner Bros. Discovery haben ihr Fusionsabkommen am Dienstag grundlegend überarbeitet. Der bisherige Bar-und-Aktien-Deal wird in eine reine Bargeldtransaktion umgewandelt, ohne den Preis anzutasten: Geboten werden weiterhin 27,75 US‑Dollar je Aktie für die Studio- und Streaming-Sparte von WBD.

Der Schritt soll zwei Ziele erreichen: Zum einen verschafft die klare Cash-Struktur den WBD-Aktionären mehr Planungssicherheit, weil Kursrisiken der Netflix-Aktie aus dem Deal genommen werden. Zum anderen dient die Umstellung ganz offen als Abwehrmaßnahme gegen das konkurrierende, feindliche Angebot von Paramount Skydance.

Parallel zur Ankündigung hat WBD am 20. Januar eine vorläufige Vollmachtserklärung (Proxy Statement) bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Damit soll der Zeitplan für die Abstimmung der Aktionäre deutlich beschleunigt werden; die Abstimmung wird nun bis April 2026 erwartet.

Für die WBD-Aktionäre bedeutet das Netflix-Paket konkret:
– 27,75 US‑Dollar in bar je Aktie für die zu veräußernden Studio- und Streaming-Assets
– zusätzlich Anteile an einer neuen, börsennotierten Gesellschaft namens Discovery Global

Discovery Global wird jene Vermögenswerte bündeln, die nicht an Netflix gehen – darunter insbesondere die CNN- und Discovery-Sendernetze. Die Verwaltungsräte beider Unternehmen haben die geänderte Vereinbarung einstimmig durchgewunken.

Finanziert wird der Deal von Netflix über eine Mischung aus vorhandener Liquidität, bestehenden Kreditlinien und zugesagter Fremdfinanzierung. Für WBD steht damit zumindest auf der Zahlungsseite eine relativ robuste Struktur im Raum.

Konkurrenzdruck durch Paramount – und die Rolle von Discovery Global

Die Anhebung der Deal-Sicherheit kommt nicht zufällig: Seit Ende 2025 läuft ein intensiver Bieterwettstreit um WBD. Während Netflix gezielt die Inhalteproduktion und Streaming-Sparte übernehmen will, zielt Paramount Skydance auf das gesamte Unternehmen.

Paramount hat dazu ein feindliches Barangebot direkt an die Aktionäre vorgelegt: 30 US‑Dollar je Aktie in Cash, was den gesamten Konzern mit rund 108 Milliarden US‑Dollar bewertet. Auf dem Papier liegt Paramount damit klar über dem reinen Cash-Bestandteil des Netflix-Deals.

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Der WBD-Verwaltungsrat stellt sich dennoch klar hinter Netflix und hat das Paramount-Angebot formell abgelehnt. Begründung: Die Offerte von Paramount ist stark fremdfinanziert und damit aus Sicht des Boards mit deutlich höheren Risiken behaftet als das strategisch passgenauere und finanziell stabilere Netflix-Modell.

Entscheidend für die Bewertung aus Aktionärssicht ist daher der zweite Baustein des Netflix-Pakets: die künftige Discovery Global. Um hier Transparenz zu schaffen, legte WBD am 20. Januar eine neue regulatorische Einreichung vor. Die Berater des Unternehmens taxieren den Eigenkapitalwert des Spinoffs auf eine Spanne von 1,33 bis 6,86 US‑Dollar je WBD-Aktie. Für das Geschäftsjahr 2026 werden rund 17 Milliarden US‑Dollar Umsatz in Discovery Global in Aussicht gestellt.

Damit können Investoren die Netto-Gegenleistung besser vergleichen: Reines Cash von 30 US‑Dollar unter Paramount versus 27,75 US‑Dollar Cash plus potenzieller Spinoff-Wert im Netflix-Szenario.

Am Markt bleibt der Titel trotz der Aufwertung des Netflix-Angebots unter Druck: Gestern schloss die Aktie bei 24,06 Euro und liegt damit rund 16 % unter dem Niveau vor einer Woche.

Regulierung, Fristen und die nächsten Schritte

Mit dem beschleunigten Aktionärsvotum sind die nächsten großen Hürden nicht mehr die Gremien, sondern die Wettbewerbsbehörden. Netflix und WBD haben ihre Hart-Scott-Rodino-Anmeldungen in den USA eingereicht und stehen zudem im engen Austausch mit dem US-Justizministerium und der EU-Kommission.

Netflix-Co-CEO Ted Sarandos zeigte sich in einem Webcast am 20. Januar demonstrativ zuversichtlich. Er bezeichnete die Transaktion als „pro Verbraucher, pro Innovation, pro Beschäftigte, pro Kreative und pro Wachstum“ – also als Deal, der nicht nur für die Unternehmen, sondern auch politisch und regulatorisch vertretbar sein soll.

Der vollständige Abschluss der Transaktion wird innerhalb von 12 bis 18 Monaten nach Unterzeichnung der ursprünglichen Fusionsvereinbarung erwartet. Kurzfristig wichtig ist jedoch die unmittelbare Gegenfront: Die Annahmefrist für das feindliche Angebot von Paramount Skydance läuft noch bis heute, Mittwoch, 21. Januar, 17 Uhr US-Ostküstenzeit – eine Verlängerung wäre möglich, ist aber Stand jetzt offen.

Für WBD-Aktionäre zeichnen sich damit zwei zentrale Entscheidungslinien ab: Zunächst die taktische Frage, ob sie auf das vom Verwaltungsrat bevorzugte Netflix-Paket setzen oder das höhere Sofort-Cash-Angebot von Paramount annehmen. Und danach – vorausgesetzt die Netflix-Transaktion setzt sich durch – die strategische Perspektive auf den Wert und die Entwicklung von Discovery Global in den Jahren nach dem Spinoff.

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