Warner Bros. Discovery steckt mitten in einem milliardenschweren Bieterkampf – und plötzlich mischt auch US-Präsident Donald Trump indirekt mit. Neue Finanzangaben und ein juristischer Teilerfolg verändern die Ausgangslage im Ringen zwischen Netflix und Paramount Skydance. Wie verschiebt sich damit das Kräfteverhältnis im Übernahmepoker?
Trump-Investment und Gerichtsbeschluss
Am Freitag wurden Finanzangaben veröffentlicht, wonach Donald Trump im Dezember Unternehmensanleihen von Warner Bros. Discovery und Netflix im Volumen von jeweils 500.000 bis 1 Million US-Dollar gekauft hat. Die Käufe erfolgten am 12. und 16. Dezember 2025 – nur wenige Tage nach der Bekanntgabe der geplanten Fusion von Warner Bros. Discovery und Netflix am 5. Dezember über 82,7 Milliarden US-Dollar.
Das Weiße Haus betont, dass Trumps Portfolio unabhängig von Finanzberatern verwaltet wird. Dennoch sorgt das Timing für Diskussionen, zumal Trump zuvor öffentlich erklärt hatte, er wolle persönlich Einfluss auf das regulatorische Prüfverfahren des Deals nehmen. Politische Dimension und Interessenskonflikte rücken damit stärker in den Fokus.
Parallel dazu erzielte Warner Bros. Discovery einen wichtigen juristischen Etappensieg. Ein Gericht in Delaware lehnte den Antrag von Paramount Skydance ab, seine Klage gegen den WBD-Verwaltungsrat im Eilverfahren zu behandeln. Paramount wollte die Offenlegung detaillierter Finanzinformationen zum Netflix-Deal erzwingen, um die eigene, feindliche Barofferte von 30 US-Dollar je Aktie (108,4 Milliarden US-Dollar) als überlegen darzustellen. Durch die Ablehnung des Eilantrags gewinnt der WBD-Vorstand Zeit, um den mit Netflix vereinbarten Deal voranzutreiben, den er einstimmig unterstützt.
Am Markt schlugen sich diese Entwicklungen in einer nervösen, aber letztlich stabilen Kursentwicklung nieder. Die Aktie beendete die Woche bei 28,49 US-Dollar und liegt damit nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
Zwei konkurrierende Zukunftsszenarien
Strategisch steht Warner Bros. Discovery zwischen zwei klar unterschiedlichen Modellen.
Der vom Vorstand unterstützte Plan mit Netflix sieht vor, die Studio- und Streaming-Aktivitäten (Warner Bros., HBO, Max) zu einem Unternehmenswert von 82,7 Milliarden US-Dollar (27,75 US-Dollar je Aktie) an Netflix zu verkaufen. Die klassischen TV-Sender würden in eine eigene Gesellschaft namens Discovery Global ausgegliedert. Ziel ist eine fokussierte Struktur und stärkere Skaleneffekte im Streaminggeschäft.
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Dem gegenüber steht die feindliche Offerte von Paramount Skydance: 30 US-Dollar je Aktie in bar für den gesamten Konzern. Hinter dem Angebot stehen unter anderem Oracle-Gründer Larry Ellison und Staatsfonds. Der WBD-Verwaltungsrat hat das Paramount-Angebot bereits achtmal abgelehnt und verweist auf die aus seiner Sicht überzeugendere strategische Logik der Netflix-Transaktion – trotz des niedrigeren nominalen Angebotspreises.
Spannend ist der aktuelle Bewertungsrahmen: Der Börsenkurs bewegt sich zwischen dem Netflix-Wert (27,75 US-Dollar) und der 30-Dollar-Offerte von Paramount. Das deutet darauf hin, dass der Markt durchaus Chancen auf ein Durchkommen der höheren Barofferte oder eine mögliche Nachbesserung seitens Netflix einpreist, gleichzeitig aber die regulatorischen Risiken des Netflix-Deals berücksichtigt. So hatte der europäische Kinoverband UNIC die EU-Behörden am Freitag vor einer möglichen Marktbeherrschung durch den Zusammenschluss gewarnt.
Analysten reagieren differenziert: Guggenheim stufte die Aktie am 16. Januar von „Buy“ auf „Neutral“ ab, hob aber gleichzeitig das Kursziel von 25 auf 30 US-Dollar an und verweist vor allem auf Unsicherheiten im Genehmigungsprozess. Benchmark erhöhte sein Ziel am 15. Januar auf 32 US-Dollar und signalisiert damit etwas mehr Vertrauen in das Chancen-Risiko-Profil.
Technische Lage und Blick auf die nächsten Tage
Charttechnisch bleibt der Titel in einem klaren Aufwärtstrend. Der Kurs liegt deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 15,14 US-Dollar; auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Zugewinn von mehr als 200 Prozent zu Buche. Gleichzeitig zeigt der RSI von 76,5 einen überkauften Zustand, und der Kurs notiert nur rund 2,5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 29,23 US-Dollar – der Bereich um 30 US-Dollar fungiert damit als psychologisch und fundamental wichtige Marke, da er exakt der Paramount-Offerte entspricht.
Die kommende Woche verspricht weitere Impulse:
- Netflix legt am Dienstag, 20. Januar, seine Zahlen zum vierten Quartal vor und dürfte dort Details zur Finanzierung des geplanten Zukaufs liefern.
- Das feindliche Übernahmeangebot von Paramount Skydance läuft nach aktuellem Stand am 21. Januar 2026 aus. Dann muss Paramount entscheiden, ob das Angebot verlängert, angepasst oder der Druck auf die WBD-Aktionäre erhöht wird.
Für Warner Bros. Discovery dürften diese beiden Termine entscheidend sein: Erst wenn klarer ist, wie Netflix die Transaktion stemmen will und welchen Kurs Paramount bei der Offerte einschlägt, lässt sich abschätzen, ob der Kurs die Hürde um 30 US-Dollar nachhaltig überwinden kann oder ob eine Konsolidierungsphase ansteht.
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