Warner Bros. Discovery steht plötzlich zwischen zwei sehr unterschiedlichen Zukunftsplänen: Netflix hat bereits einen unterschriebenen Deal in der Tasche, während Paramount Skydance mit einem Gegenangebot Druck macht. Heute läuft ein exklusives Verhandlungsfenster aus – und damit steigt der Zeitdruck für eine Entscheidung. Wie stark kann Paramount sein Angebot noch nachschärfen, ohne dass die Risiken der eigenen Konstruktion überwiegen?
Zwei Angebote – zwei Strategien
Netflix hat sich nach Angaben aus dem Quelltext vertraglich bindend die Studio- und Streaming-Sparte gesichert. Das Paket hat ein Gesamtvolumen von 82,7 Mrd. US-Dollar und entspricht 27,75 US-Dollar je Aktie in bar – allerdings eben nicht für den gesamten Konzern, sondern nur für die genannten Bereiche.
Paramount Skydance geht deutlich offensiver vor: Das Konsortium versucht eine feindliche Übernahme des kompletten Entertainment-Konzerns. Das Angebot liegt bei 108,4 Mrd. US-Dollar bzw. 30,00 US-Dollar je Aktie in bar. In den Vorgesprächen soll zudem signalisiert worden sein, dass eine Erhöhung auf 31,00 US-Dollar je Aktie möglich wäre.
Warum Netflix den Deal verteidigt
Über das Wochenende wurde der Ton spürbar schärfer. Netflix-Co-CEO Ted Sarandos machte bei der BAFTA-Gala öffentlich klar: Wenn Paramount gewinnen wolle, müsse schlicht ein besseres Angebot auf den Tisch – Netflix verweise dabei auf die bereits unterschriebene Vereinbarung.
Netflix greift zugleich die Gegenseite inhaltlich an. Ein Zusammenschluss rund um Paramount würde laut Netflix eine Gesamtverschuldung von 84 Mrd. US-Dollar tragen. Um das zu stemmen, seien – so die Kritik – Kosteneinsparungen von geschätzt 16 Mrd. US-Dollar nötig. Damit rückt nicht nur der Kaufpreis in den Fokus, sondern die Frage, wie „sicher“ ein Deal am Ende wirklich durchziehbar ist.
Zusätzliche Zusagen – und Gegenwind aus der Branche
Paramount versucht, sein Angebot mit finanziellen Zusicherungen attraktiver zu machen. Dazu gehört eine quartalsweise „Ticking Fee“ von 0,25 US-Dollar je Aktie, falls sich Genehmigungen nach dem 31. Dezember 2026 verzögern. Außerdem will Paramount die 2,8 Mrd. US-Dollar schwere Abbruchgebühr übernehmen, die bei einer Kündigung des Netflix-Deals fällig wäre.
Gleichzeitig kommt Widerstand aus der Filmbranche: Regisseur James Cameron kritisierte in einem Schreiben an einen US-Senator den geplanten Netflix-Deal als Risiko für das Kinoerlebnis. Konkret stört ihn das von Netflix vorgeschlagene 17-Tage-Kinofenster; er fordert mindestens 45 Tage.
Unterm Strich bleibt der Vorstand von Warner Bros. Discovery dennoch auf Linie: Obwohl die kartellrechtliche Wartefrist des US-Justizministeriums (Hart-Scott-Rodino) am 19. Februar abgelaufen ist, empfiehlt das Gremium laut Quelltext weiterhin einstimmig die Netflix-Transaktion.
Zum Fahrplan: Heute, am 23. Februar 2026, endet die siebentägige Verhandlungsfrist, die Netflix für Gespräche mit Paramount eingeräumt hatte. Die verbindliche Aktionärsabstimmung über den Netflix-Deal ist für den 20. März 2026 angesetzt.
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