Warner Bros. Discovery steht plötzlich im Zentrum eines Übernahmedramas, das vor allem von Fristen, Juristen und politischen Nebengeräuschen getrieben wird. Gleich zwei Parteien ringen um die Kontrolle – und jede Seite versucht, den eigenen Deal als den „sicheren“ darzustellen. Doch wie belastbar sind die vermeintlichen regulatorischen Fortschritte wirklich?
Fristen, Druck – und ein teurer Ausstieg
Paramount Skydance meldete am 19. Februar das Auslaufen der sogenannten Hart-Scott-Rodino-Wartefrist beim US-Justizministerium. Aus Sicht von Paramount fällt damit eine wichtige inländische Hürde für das eigene Angebot weg. Netflix konterte umgehend: Der Chefjurist David Hyman betonte laut Variety und Deadline, dass solche Standard-Meilensteine keine formelle staatliche Genehmigung ersetzen.
Parallel läuft für Paramount ein enges Zeitfenster: Innerhalb von sieben Tagen soll ein „bestes und finales“ Gegenangebot vorgelegt werden. Diese Frist endet am 23. Februar.
Netflix wiederum verweist auf Fakten, die das Board binden. Co-CEO Ted Sarandos verteidigte am 20. Februar in einem Bloomberg-TV-Interview die bereits unterschriebene, verbindliche Vereinbarung im Volumen von 83 Milliarden Dollar: ein reiner Bar-Deal mit einer Bewertung von 27,75 Dollar je Aktie plus einem „Stub“-Anteil an Discovery Global. Außerdem sagte Sarandos zu, bei künftigen Kinostarts an einem 45-Tage-Kinofenster festzuhalten.
Wichtig für die Gemengelage: Der Verwaltungsrat empfiehlt den Netflix-Zusammenschluss einstimmig. Und sollte das Board den Deal doch noch kippen, würde sofort eine Abbruchgebühr von 2,8 Milliarden Dollar an Netflix fällig.
Gegenwind aus Politik und Filmbranche
Paramount ließ dem Vernehmen nach erkennen, bis zu 31 Dollar je Aktie bieten zu wollen – bislang aber nur verbal. Ob daraus bis zum 23. Februar ein verbindliches Schlussangebot wird, dürfte entscheidend sein.
Gleichzeitig wächst der Druck von außen. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta forderte laut MarketScreener eine umfassende kartellrechtliche Prüfung. Auch aus Hollywood kommt Widerstand: Regisseur James Cameron kritisierte den Netflix-Deal in einem Schreiben an Senator Mike Lee (19. Februar) und warnte laut CNBC vor erheblichen Folgen für das Kinogeschäft. Zusätzlich verlangten acht US-Senatoren, Paramount solle Unterlagen zu Kontakten mit der Trump-Regierung im Kontext des Übernahmeversuchs sichern.
Nächster Fixpunkt: Zahlen am 26. Februar
An der Börse ist die Aktie nach der starken Rally der vergangenen Monate inzwischen sportlich bewertet – in den bereitgestellten Kursdaten liegt sie bei 24,41 Euro und damit nur rund 4,4% unter dem 52‑Wochen‑Hoch.
Der nächste harte Termin steht bereits: Am 26. Februar veröffentlicht das Management die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor US-Börsenstart, anschließend folgt eine Telefonkonferenz um 8:00 Uhr ET. Im dritten Quartal hatte Warner Bros. Discovery 9,05 Milliarden Dollar Umsatz gemeldet (minus 6% zum Vorjahr) sowie ein normalisiertes Ergebnis je Aktie von -0,06 Dollar.
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