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Symbolbild, KI-generiert

Während SAP mehr Bargeld verdient, wird Meta zum Kapitalnehmer

SAP bestätigt rund zehn Milliarden Euro Free Cashflow fürs Gesamtjahr; Meta verzeichnet erstmals einen negativen Mittelzufluss.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • SAPs Quartals-Free-Cashflow steigt um 36 Prozent
  • Meta meldet 2,1 Milliarden Dollar Abfluss
  • EQT bietet 46,50 Euro je Qiagen-Aktie
  • Lam Research verliert trotz Rekord-Cashflow zwölf Prozent

Sehr geehrte Damen und Herren,

vier Schwergewichte haben seit Dienstag beim Umsatz die Erwartungen geschlagen. An der Börse fiel die Reaktion trotzdem grundverschieden aus. Das Muster dahinter ist eindeutig: Belohnt wird, wer Wachstum in Barmittel verwandelt. Bestraft wird, wer es mit immer größeren Investitionen erkauft.

Die entscheidende Größe heißt Free Cashflow. Das ist das Geld, das nach allen Investitionen in der Kasse übrig bleibt. Dazu kommt die größte deutsche Übernahme des Jahres: EQT greift nach Qiagen.

SAP: Die Kasse überzeugt die Analysten

SAP hat am Mittwoch gezeigt, dass Wachstum und Bargeld zusammengehen können. Der Free Cashflow stieg im Quartal um 36 Prozent. Für das Gesamtjahr bestätigt SAP rund 10 Milliarden Euro, deutlich mehr als im Vorjahr. Auch der Auftragsbestand im Cloud-Geschäft wuchs stärker als erwartet.

Was sagen die Analysten? Fast alle heben ihre Kursziele an, selbst Skeptiker mussten nachziehen. Bernstein sieht 285 Euro, die Aktie notiert bei rund 211 Euro. Gebremst wird der Kurs vom Ausblick: Das Management erwartet im vierten Quartal langsameres Cloud-Wachstum und verweist auf Zinsen, Ölpreise und Konjunkturrisiken.

Der durchschnittliche faire Wert der Analysten liegt nahe am aktuellen Kurs. Wer bei SAP einsteigt, kauft also nicht den Konsens, sondern die Wette auf die optimistischen Kursziele. Und die ruhen auf genau diesem Cashflow-Pfad.

Meta: Stark wie nie, aber erstmals mit Geldabfluss

Meta verdient operativ so viel wie nie und gibt trotzdem mehr aus, als hereinkommt. Der Umsatz stieg um 26 Prozent und übertraf die Erwartungen. Doch der Free Cashflow drehte auf minus 2,1 Milliarden Dollar, erstmals in der Unternehmensgeschichte negativ.

Wohin fließt das Geld? In den KI-Ausbau. Meta hob die Investitionsplanung für 2026 an, Aktienrückkäufe gab es in diesem Jahr keine, die langfristigen Schulden stiegen. Neu ist eine stimmrechtslose Aktiengattung, faktisch ein Aktiensplit, der Kapitalbeschaffung erlaubt, ohne Mark Zuckerbergs Stimmrechtsmehrheit anzutasten.

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Wenn ein Konzern wie Meta Milliarden in den KI-Ausbau lenkt, rückt die Frage in den Fokus, welche Unternehmen im Hintergrund von diesem Megatrend leben. Der kostenlose Report „Megatrend KI“ stellt die Top 10 der Big-Data-Unternehmen vor und zeigt Anlegern, wie sie gezielt in Künstliche Intelligenz investieren können. Top-10-Big-Data-Aktien kennenlernen

Meta verlor am Donnerstag über 120 Milliarden Dollar an Marktwert. Goldman Sachs hält dennoch an „Buy“ fest, also Kaufen. Für Aktionäre ist die Rechnung nüchtern: Eine Aktie, die ihre Rendite bisher aus Rückkäufen zog, wird zur Kapitalnehmerin.

Tesla: Der Überschuss hat eine Fußnote

Tesla meldete am Mittwochabend überraschend einen positiven Free Cashflow von 1,53 Milliarden Dollar. Erwartet hatte der Markt einen Abfluss von fast 5 Milliarden.

Woher kommt das Plus? Weniger aus dem Geschäft als aus deutlich niedrigeren Investitionen und Verschiebungen beim Betriebskapital, darunter gestiegene Verbindlichkeiten. Verbindlichkeiten sind Rechnungen, die noch nicht bezahlt sind. Ohne diese Effekte wäre Teslas Cashflow rechnerisch bei minus 1,06 Milliarden Dollar gelandet.

Der Umsatz stagnierte, die Aktie gab am Donnerstag in New York nach. Sonderausschüsse prüfen zudem eine Fusion mit SpaceX. Am 30. Oktober läuft eine Frist der Behörde NHTSA zum fahrerlosen Cybercab ab.

Qiagen: Das Bargebot setzt eine Obergrenze

Die Übernahme von Qiagen ist seit der Nacht zum Donnerstag offiziell. EQT bietet gemeinsam mit dem Staatsfonds Abu Dhabis und dem kanadischen Pensionsfonds CPP 46,50 Euro je Aktie. Das ist eine Prämie von 40,3 Prozent auf den unbeeinflussten Kurs. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen einstimmig die Annahme.

Warum notiert die Qiagen-Aktie mit rund 45 Euro darunter? Der Markt preist die lange Vollzugsdauer bis Mitte 2027 und die nötigen Freigaben ein. JPMorgan stufte die Aktie am Donnerstag auf „Neutral“ ab. Nach einem Bargebot bleibt nach oben kaum Fantasie, es sei denn, ein Gegenbieter taucht auf.

Lam Research: Rekordzahlen, trotzdem Absturz

Lam Research zeigt, dass selbst Rekord-Cashflow nicht vor Verlusten schützt. Der Halbleiterausrüster meldete am Mittwochabend Rekordumsatz und einen Free Cashflow von 3,24 Milliarden Dollar, ebenfalls ein Rekord. Trotzdem schloss die Aktie am Donnerstag zwölf Prozent tiefer.

Woran lag es? Finanzchef Doug Bettinger sagte, die Prognose für das Dezember-Quartal wäre ohne Lieferkettenengpässe höher ausgefallen. Zudem werde der China-Anteil deutlich sinken. Der Sektor las das als Signal, dass das Wachstum gedeckelt ist, und der Halbleiterindex SOX verlor kräftig.

Die Nuance ist wichtig: Lam fehlt nicht die Nachfrage, sondern Reinraum- und Teilekapazität. Goldman Sachs hält mit Kursziel 380 Dollar an Kaufen fest. Gemessen an den erwarteten Gewinnen für das Fiskaljahr 2028 kostet die Aktie weniger als das 20-Fache.

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Rekordzahlen allein tragen einen Kurs nicht, das hat der Absturz bei Lam Research gezeigt – umso wichtiger ist eine durchdachte Titelauswahl. Der kostenlose Report „Rekord Aktien“ präsentiert fünf Unternehmen mit starker Wachstumsperspektive und setzt dabei auf Qualität, Wachstum und Trendfaktoren statt auf blinde Spekulation. Fünf Wachstumsunternehmen herunterladen

Frankreich zahlt mehr, die Notenbanken tagen

Am Anleihemarkt steht Frankreich unter Druck. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen stieg am Mittwoch erstmals seit 2002 über fünf Prozent. Der Abstand zur Bundesanleihe erreichte den höchsten Stand seit 2011. Heute Abend überprüft Moody’s das Rating.

Kommende Woche tagen die Notenbanken: Die Fed dürfte am Mittwoch pausieren, die EZB am Donnerstag ebenfalls. Bei einer Euroraum-Inflation von knapp unter vier Prozent ist eine EZB-Erhöhung bis Jahresende weitgehend eingepreist, also in den Kursen schon vorweggenommen.

Für Bankaktien ist das Umfeld nicht eindeutig. Barclays stufte die Commerzbank am Donnerstag auf „Equal Weight“ ab, was Marktgewichten bedeutet. Die Commerzbank-Aktie liegt 14 Prozent unter dem Stand vor einem Monat.

Das große Bild

Die Berichtssaison hat in dieser Woche eine klare Trennlinie gezogen: Nicht das Wachstum entscheidet, sondern ob es selbst finanziert ist. SAP und Lam Research liefern Rekord-Cashflows. Meta und Tesla finanzieren ihre Expansion über neue Aktien, Kreditlinien und Lieferanten, und die Bewertungen beginnen, das zu unterscheiden.

Kommende Woche folgen die Fed am Mittwoch, EZB und US-Wachstumsdaten am Donnerstag sowie die Quartalszahlen der Allianz. Moody’s Urteil über Frankreich kommt heute nach Börsenschluss. Nutzen Sie die zwei ruhigen Tage für einen Blick in die Kapitalflussrechnungen, denn dort stand in dieser Woche die eigentliche Nachricht.

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.