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VW Aktie: Wende abgewendet?

Volkswagen muss für sein neues US-Werk 3 statt 2 Milliarden Dollar investieren. Die Kostenexplosion fällt in eine Phase weltweiter Sparprogramme.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Investitionsvolumen steigt um eine Milliarde Dollar
  • Produktionsstart der E-Pick-ups für 2027 geplant
  • Jahresbilanzvorlage im März als nächster Meilenstein
  • Kostenexplosion während globaler Sparprogramme

Der Wolfsburger Konzern will mit der wiederbelebten Marke Scout den US-Markt erobern – doch das Projekt in South Carolina wird zur Kostenfalle. Aus geplanten 2 Milliarden US-Dollar wurden 3 Milliarden. Eine 50-prozentige Überschreitung, während Volkswagen zeitgleich weltweit Sparprogramme fährt.

Die wichtigsten Fakten:
– Investitionsvolumen für Scout-Werk steigt von 2 auf 3 Milliarden USD
– Produktionsstart für 2027 weiterhin bestätigt
– Werk in Blythewood, South Carolina, soll elektrische Pick-ups fertigen
– Jahresbilanz wird Mitte März 2026 erwartet

Warum das Scout-Projekt so teuer wird

Ein Sprecher der VW-Tochter Scout bestätigte die gestiegenen Kosten, betonte aber, dass das Projekt im Zeitplan liege. Die Investitionen seien „im Zuge der Realisierung der Vision gewachsen“ – eine Formulierung, die Raum für Interpretationen lässt.

Konkret geht es um den Aufbau einer komplett neuen Produktionsstätte für die Modelle „Terra“ und „Traveler“. Diese elektrischen Pick-ups und robusten SUVs sollen Volkswagen Zugang zum profitablen Segment der „Light Trucks“ verschaffen, in dem der Konzern bisher kaum vertreten ist.

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Timing könnte problematischer sein

Die Mehrkosten fallen in eine Phase, in der Volkswagen konzernweit Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen durchsetzt. Die Frage, wie der Konzern diese zusätzlichen Ausgaben kompensiert, dürfte Investoren bei der Jahresbilanzvorlage im März besonders interessieren.

Das Management steht vor der Aufgabe, glaubhaft darzulegen, warum die US-Expansion trotz der Kostenexplosion ohne Abstriche fortgeführt wird, während an anderen Stellen gespart werden muss.

Nächste Weichenstellung im März

Am 10. oder 11. März wird Volkswagen den Geschäftsbericht vorlegen. Dann muss der Vorstand detailliert zur Kapitalallokation und den Auswirkungen der Scout-Investitionen auf die Margenentwicklung Stellung nehmen. Die Fähigkeit, diese Anlaufkosten durch Einsparungen andernorts zu kompensieren, wird die Kursentwicklung in den kommenden Monaten maßgeblich beeinflussen.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.