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Vulcan Energy Aktie: Rekordumsatz ohne Lithium

Vulcan Energy verzeichnet 2025 einen Rekordumsatz, der jedoch ausschließlich aus Geothermie stammt. Der Lithiumabbau steht noch aus, während der Nettoverlust auf 69,6 Millionen Euro anstieg.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rekordumsatz durch Geothermie-Strom
  • Keine Einnahmen aus Lithiumverkäufen
  • Nettoverlust steigt auf 69,6 Millionen Euro
  • Aktienkurs nahe 52-Wochen-Tief

Vulcan Energy meldet einen Rekordumsatz für 2025. Der Haken: Kein Cent davon stammt aus dem Lithiumgeschäft, das die Investmentstory des Unternehmens eigentlich trägt. Stattdessen kommt das Geld fast ausschließlich aus dem Verkauf von Geothermie-Strom und -Wärme im Oberrheingraben.

Der Jahresverlust wächst dabei deutlich. Vulcan meldet für 2025 einen Nettoverlust von rund 69,6 Millionen Euro, nach 42,4 Millionen Euro im Vorjahr. Höhere Entwicklungs- und Finanzierungskosten auf dem Weg zum Bau des Lithiumprojekts treiben die Zahl nach oben.

Umsatz ja, Lithium nein

Die kommerzielle Lithiumproduktion hat noch nicht begonnen. Analysten, die das Unternehmen beobachten, machen daraus keinen Hehl: Der ausgewiesene Umsatz stammt praktisch komplett aus der Geothermiesparte, nicht aus Batteriematerialien. Lithium ist für die Bilanz schlicht noch keine relevante Einnahmequelle.

Das ist deshalb bemerkenswert, weil Anleger Vulcan seit Jahren als Lithium-Wette handeln. Die eigentliche Wertschöpfungsgeschichte hängt am Flaggschiffprojekt Lionheart, nicht an Strom- und Wärmeverkäufen.

Finanzierung steht, Bau läuft

Immerhin gibt es echten Fortschritt bei der Finanzierung. Ende Mai 2026 erreichte Vulcan den Financial Close für ein Finanzierungspaket von rund 2,2 Milliarden Euro für Lionheart. Am 15. Juli 2026 floss die erste strategische Eigenkapitaltranche.

Der Vorstandschef bezeichnete den Mittelzufluss laut Unternehmensangaben als bedeutenden Meilenstein nach dem Financial Close. Er werte dies als Beleg für anhaltende Dynamik im Projekt.

Der Weg zur ersten Lithiumtonne bleibt trotzdem lang. Lionheart Phase Eins soll später einmal 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr liefern, dazu Ökostrom und Wärme. Bau, Hochlauf und die kommerzielle Auslieferung bergen weiterhin Risiken. Ein Durchbruch bei der Finanzierung ist erreicht. Ein Durchbruch beim Lithiumumsatz hängt dagegen von der Ausführung der kommenden Jahre ab.

Aktie nahe Jahrestief

Der Markt honoriert die Finanzierungsfortschritte bislang nicht. Die Aktie schloss am Montag bei 1,67 Euro und liegt damit nur 3,54 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 1,61 Euro, das erst am 17. Juli aufgestellt wurde. Seit dem Rekordhoch von 3,98 Euro im Oktober 2025 hat das Papier mehr als 58 Prozent verloren.

Der jüngste Rückgang von rund 18 Prozent binnen 30 Tagen zeigt: Der Abwärtstrend hat sich zuletzt eher beschleunigt als beruhigt. Ein RSI von 33,1 deutet auf eine Annäherung an überverkauftes Terrain hin, während die annualisierte Volatilität von fast 47 Prozent anhaltende Kursschwankungen signalisiert.

Der Markt konzentriert sich derzeit offenbar auf das Ausführungsrisiko, nicht auf die bereits gesicherten Finanzierungsmeilensteine. Die Projektziele hängen an künftigem Bau und künftiger Inbetriebnahme, nicht an aktueller Produktion. Bis Lithiumhydroxid tatsächlich im großen Stil vom Band läuft, wird Vulcans Gewinn- und Verlustrechnung weiter das Geothermiegeschäft widerspiegeln – nicht die Batteriematerial-Ambitionen, die das Papier einst attraktiv gemacht haben.

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Diskussion zu Vulcan Energy

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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