Vulcan Energy hat die Vorstudie für das Lithiumprojekt Ludwig am Oberrheingraben abgeschlossen und legt damit deutlich verbesserte Wirtschaftlichkeitskennzahlen für die zweite Ausbauphase vor. Der Nettobarwert des Projekts liegt bei 1,7 Milliarden Euro, die interne Verzinsung bei 20,2 Prozent über eine Laufzeit von 30 Jahren.
Geringere Kosten, mehr Ressourcen
Die Investitionskosten für Ludwig sollen bei 1,26 Milliarden Euro liegen – rund 15 Prozent weniger als beim Vorläuferprojekt Lionheart. Auch bei den Betriebskosten schneidet Ludwig gut ab: Mit 4.101 Euro pro Tonne Lithiumcarbonat-Äquivalent liegt das Projekt im günstigsten Quartil der Branche. Geplant ist eine Jahresproduktion von 21.100 Tonnen Lithiumcarbonat sowie 3.125 Gigawattstunden Wärme aus der geothermischen Förderung.
Zusätzlich wuchsen die ausgewiesenen Ressourcen um 91 Prozent auf 1,25 Millionen Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent. Das verschafft Vulcan Energy eine breitere Rohstoffbasis für die geplante Ausweitung der Produktion über das erste Projekt Lionheart hinaus.
Ludwig folgt auf Lionheart
Entscheidend für den Zeitplan: Die finale Investitionsentscheidung für Ludwig fällt erst, nachdem Lionheart angelaufen ist. Für Lionheart selbst laufen bereits die Finanzierung über 2,2 Milliarden Euro und die Genehmigungsverfahren, der Produktionsstart ist für 2028 vorgesehen. Bei Ludwig stehen als nächste Schritte 3D-Seismik und weitere Bohrungen an, bevor über die endgültige Umsetzung entschieden wird.
Die Doppelstruktur aus Wärme- und Lithiumgewinnung bleibt das Kernmerkmal beider Projekte im Oberrheingraben. Vulcan Energy positioniert sich damit als Anbieter, der neben dem Rohstoff auch geothermische Energie liefert – ein Modell, das laut den vorgelegten Kennzahlen mit sinkenden Kosten wiederholbar erscheint, sollte Lionheart erfolgreich anlaufen.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse hat die positive Nachrichtenlage bislang keine Wende gebracht. Die Aktie notiert bei 1,63 Euro und damit rund 61 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 4,15 Euro, das Mitte Oktober vergangenen Jahres erreicht wurde. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 36 Prozent verloren.
Der Rückgang seit der Meldung zur Vorstudie fällt mit etwa 1,2 Prozent moderat aus – die Marktreaktion bleibt insgesamt zurückhaltend, obwohl die operativen Kennzahlen für Ludwig eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorläuferprojekt zeigen.
Anleger scheinen den entscheidenden Meilenstein weiterhin beim Produktionsstart von Lionheart im Jahr 2028 zu sehen, bevor sie das zweite Projekt einpreisen. Bis zur finalen Investitionsentscheidung für Ludwig dürfte der Fokus daher auf dem Fortschritt bei Finanzierung und Genehmigung von Lionheart liegen.
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