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Vulcan Energy Aktie: LSC-2 erreicht 3.000 Meter Tiefe

Vulcan Energy treibt das Lionheart-Projekt voran, doch der Markt fokussiert auf die noch ausstehende Finanzierung des Lithiumvorhabens.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aufbau der Elektrolyseanlage in Frankfurt-Höchst
  • Schlüsselbohrung erreicht 3.000 Meter Tiefe
  • Lithiumpreis steigt auf über 175.000 Yuan
  • Finanzierung über 2,2 Milliarden Euro noch offen

Vulcan Energy meldet gleich zwei Fortschritte bei Lionheart: In Frankfurt-Höchst startet der Aufbau einer kommerziellen Elektrolyseanlage, parallel erreicht eine Schlüsselbohrung ihre Zieltiefe. Das stärkt die technische Story des Lithiumprojekts im Oberrheingraben. Der Markt schaut trotzdem vor allem auf einen Punkt: die noch nicht abgeschlossene Finanzierung.

Die Aktie notiert aktuell bei 2,22 Euro und liegt damit am Montag rund 2 Prozent im Minus gegenüber dem Freitagsschluss. Kurzfristig hält sie sich knapp über der 50-Tage-Linie von 2,17 Euro, bleibt aber deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 2,61 Euro.

Technik rückt in die Praxis

In Frankfurt-Höchst errichtet Vulcan erstmals eigene Elektrolysesysteme des kanadischen Partners NORAM im industriellen Maßstab. Die Anlage soll Lithiumchlorid aus geothermischer Sole in batteriefähiges Lithiumhydroxid-Monohydrat umwandeln. Genau hier liegt der Kern des Modells: Lithiumproduktion und Geothermie sollen in einer europäischen Lieferkette zusammenlaufen.

Auch unter Tage geht das Projekt voran. Die sechste Lionheart-Bohrung LSC-2 hat mit 3.000 Metern ihre Endtiefe erreicht. Komplettierung und Fördertests sind für das zweite Quartal 2026 vorgesehen.

Die vorherige Produktionsbohrung LSC-1 lieferte bereits Durchflussraten zwischen 105 und 125 Litern pro Sekunde. Diese Daten stützen die hydrologischen Annahmen, auf denen die Wirtschaftlichkeit des Projekts steht. Für Vulcan ist das mehr als ein technisches Detail: Ohne belastbare Förderraten bleibt die Skalierung Theorie.

Lithiumpreis liefert Rückenwind

Der Rohstoffmarkt spielt dem Unternehmen derzeit in die Karten. Lithiumcarbonat in China stieg im Mai auf mehr als 175.000 Yuan je Tonne und liegt damit rund 50 Prozent höher als zum Jahresanfang. Das Niveau nähert sich wieder den höchsten Ständen seit 2023.

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Der Rückenwind kommt nicht nur aus dem Elektroautomarkt. Stationäre Batteriespeicher gewinnen an Bedeutung, vor allem bei Versorgern, Industrie und Rechenzentren. In Speicheranwendungen sprang die Lithium-Nachfrage 2025 um etwa 71 Prozent; für 2026 erwarten Analysten weiteres starkes Wachstum.

Abnehmer sind da, Geld noch nicht

Kommerziell hat Vulcan bereits viel abgesichert. Rund 72 Prozent der geplanten Produktion sind über Festpreis- oder Mindestpreisverträge gebunden.

  • Stellantis: 128.000 Tonnen Lithiumhydroxid über zehn Jahre
  • LG Energy Solution: 31.000 Tonnen über sechs Jahre
  • Glencore: bis zu 44.000 Tonnen über acht Jahre

Politische Unterstützung kommt hinzu. Die EU hat Lionheart als strategisches Projekt eingestuft, Rheinland-Pfalz verzichtet für fünf Jahre auf Lithiumabgaben. Die erste Produktion aus Frankfurt wird allerdings erst in der zweiten Jahreshälfte 2028 erwartet.

Der offene Punkt bleibt die Finanzierung. Vulcan syndiziert ein Paket über 2,2 Milliarden Euro, darunter besicherte Senior-Kredite von 1,2 Milliarden Euro. Staatliche Zuschüsse von rund 204 Millionen Euro sollen ergänzen; auch die Europäische Investitionsbank gehört zum Kreditgeberkreis.

Die Liquidität macht den Zeitplan sensibel. Die Barmittel sanken von 523 Millionen Euro zum Jahresbeginn auf 364 Millionen Euro Ende März. Canaccord Genuity bleibt dennoch positiv und nennt ein Kursziel von 4,45 Euro.

Der nächste konkrete Prüfstein ist der angestrebte Finanzierungsabschluss im laufenden Quartal. Operativ liefert Vulcan Fortschritte, der Lithiumpreis hilft. Ohne Financial Close bleibt die Aktie aber vor allem ein Projektwert mit wachsender technischer Substanz und weiter offenem Kapitalbedarf.

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