Der Lithiumpreis fällt weiter – und Vulcan Energy bekommt das direkt zu spüren. Die Aktie des Geothermie- und Lithiumprojektierers verliert am Mittwoch 4,0 Prozent auf 1,60 Euro.
Auslöser ist ein Rückgang des Lithiumpreises in China, der laut Marktdaten von Trading Economics am Dienstag auf 156.500 Yuan pro Tonne sank, ein Minus von 2,19 Prozent gegenüber dem Vortag. Ein unternehmensspezifischer negativer Auslöser ist für die heutige Bewegung nicht erkennbar.
Für Anleger ist das eine unangenehme Bestätigung: Vulcan Energy hängt als Rohstoffproduzent unmittelbar an der Preisentwicklung des Batteriemetalls, unabhängig davon, wie gut das eigene Geothermie- und Lithiumprojekt in der Pfalz operativ voranschreitet.
Mit dem heutigen Rückgang nähert sich die Aktie wieder ihrem 52-Wochen-Tief von 1,50 Euro, das lediglich 6,7 Prozent entfernt liegt – nachdem das Papier erst im Oktober vergangenen Jahres noch bei 4,15 Euro notiert hatte.
Operatives Geschäft läuft weiter, Kursverlauf bleibt schwach
Während der Lithiumpreis die Stimmung belastet, kommt das Projekt selbst nach Unternehmensangaben planmäßig voran. Am Lionheart-Kraftwerk in Landau, einem 30-Megawatt-Geothermiekraftwerk, laufen seit Anfang August die Bauarbeiten: Fundamente, Betonarbeiten und Leitungsinfrastruktur entstehen auf einer Fläche von rund zehn Hektar.
Die Finanzierung dafür steht – im Mai wurde nach Unternehmensangaben der finanzielle Abschluss erreicht, der die volle Finanzierung von Bau und Produktionshochlauf sichern soll. Bereits im Februar hatte Vulcan Energy laut eigenen Angaben eine Finanzierung über 2,2 Milliarden Euro gesichert, mit dem Ziel, ab 2028 Lithium zu produzieren.
Auf der Personalseite hat der Aufsichtsrat mit Amanda Lacaze, der ehemaligen Geschäftsführerin und CEO von Lynas Rare Earths, seit Mitte August eine erfahrene Rohstoffmanagerin an Bord. Zuvor hatte bereits ein Insiderkauf von CEO Cristobal Moreno vor gut drei Wochen für Aufmerksamkeit gesorgt – seither hat die Aktie allerdings 14,5 Prozent verloren.
Auch der Rückzug von Citigroup als Großaktionär vor rund einem Monat, nachdem die Bank zuvor eine Schwelle von 4,19 Prozent überschritten hatte, konnte die Kursschwäche nicht aufhalten; seit damals steht ein Minus von 5,9 Prozent zu Buche.
Nächster Termin rückt in den Blick
Anleger blicken nun auf die für September angekündigte Machbarkeitsstudie zum Projekt Ludwigshafen, mit der das Unternehmen laut eigenen Angaben künftige Ausbauphasen mit niedrigeren Investitions- und Betriebskosten sowie erweiterter Kapazität untermauern will.
Bis dahin bleibt der Kurs von der Rohstoffpreisentwicklung getrieben: Mit einem Minus von 3,0 Prozent auf 30-Tage-Sicht und einem Abstand von 27 Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt zeigt der Chart, dass die fundamentalen Fortschritte am Bau bislang nicht ausreichen, um die Skepsis der Anleger gegenüber dem Lithiummarkt insgesamt zu überwinden.
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