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Vulcan Energy Aktie: Lionheart-Abschluss im Q2 entscheidend

Die Zukunft von Vulcan Energy hängt am milliardenschweren Lionheart-Paket. Aktionäre und Analysten blicken gespannt auf die heutige Hauptversammlung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Entscheidung über 2,2-Milliarden-Finanzierung erwartet
  • VanEck erhöht Anteil auf über sechs Prozent
  • Erste kommerzielle Elektrolyseanlage im Bau
  • Liquidität sinkt auf 364 Millionen Euro

Heute hält Vulcan Energy seine Hauptversammlung in Perth ab — und die Aktionäre haben nur ein Thema im Kopf: Schließt das 2,2-Milliarden-Euro-Paket namens „Lionheart“ noch im laufenden Quartal? Die Antwort auf diese Frage dürfte den Kurs der nächsten Monate bestimmen.

Institutionelle Käufer greifen zu

Die Aktie notiert aktuell bei 2,21 Euro und liegt damit seit Jahresbeginn rund 15 Prozent im Minus — fast 45 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 3,98 Euro. Trotzdem signalisiert VanEck Associates Überzeugung: Der US-Vermögensverwalter hat seinen Anteil auf 6,06 Prozent erhöht, zuletzt durch Käufe bis zum 18. Mai. Zuvor hielt VanEck 5,04 Prozent.

Das ist kein Zufall. Wer auf diesem Niveau einsteigt, wettet darauf, dass der Abstand zwischen Projektfundamentaldaten und Börsenkurs temporär ist — genau das argumentiert auch Canaccord-Genuity-Analyst Timothy Hoff. Er hält am Xetra-Kursziel von 4,45 Euro fest und hob das Ziel für die Londoner Notierung von 287 Pence auf 323 Pence an.

Bohrkampagne und Elektrolyse-Anlage nehmen Form an

Parallel zum Kapitalmarktgeschehen liefert Vulcan operative Fortschritte. Im Industriepark Frankfurt-Höchst wird gerade die weltweit erste kommerzielle Elektrolyseanlage im Batterie-Lieferkettenmaßstab errichtet. Die Anlage soll Lithiumchlorid aus geothermischen Solen im Rheintal bei Landau in batterietaugliches Lithiumhydroxid-Monohydrat umwandeln — geliefert wird die Technologie vom kanadischen Partner NORAM.

Beim Lionheart-Bohrprogramm hat der sechste Bohrplatz LSC-2 seine Zieltiefe von 3.000 Metern erreicht. Fertigstellung und Fließtests sind für das zweite Quartal 2026 geplant. Der fünfte Produktionsbrunnen LSC-1 hatte zuvor Förderraten zwischen 105 und 125 Litern pro Sekunde verzeichnet — Werte, die die hydrologischen Annahmen des Projekts stützen.

Hauptversammlung: Vergütung und Governance im Fokus

Die heutige HV bringt heikle Abstimmungen. Rund 500.000 performance-gebundene Aktienrechte für CEO Cris Moreno und CFO sind in den vergangenen zwei Monaten ungenutzt verfallen — 413.811 Ende März, weitere 79.297 im Mai. Die neuen Bezugsrechte für Moreno dürften deshalb kritisch beäugt werden.

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Ferner stimmen Aktionäre über Roberto Gallardo ab, der den Baukonzern Hochtief im Aufsichtsrat vertreten soll. Hochtief hatte im Dezember rund 169 Millionen Euro für einen Anteil von 15,4 Prozent investiert.

Das Lionheart-Finanzierungspaket selbst besteht aus rund 1,2 Milliarden Euro Seniorkredit und etwa 204 Millionen Euro staatlichen Zuschüssen. Dreizehn Kreditgeber sind beteiligt, darunter die Europäische Investitionsbank, fünf Exportkreditagenturen wie Bpifrance und Export Finance Australia sowie sieben Geschäftsbanken — BNP Paribas, ING und UniCredit gehören dazu.

Rückenwind vom Lithiummarkt, Gegenwind bei der Kasse

Chinesische Lithiumkarbonatpreise haben die Marke von 175.000 Yuan je Tonne überschritten — das höchste Niveau seit 2023. Treiber ist unter anderem die steigende Nachfrage aus Rechenzentrums-Batteriespeichern, die inzwischen mehr Lithium verbrauchen als Elektrofahrzeuge.

Vulcan hat rund 72 Prozent der geplanten Produktion über langfristige Abnahmeverträge mit Stellantis, LG Energy Solution, Glencore und Umicore abgesichert. Der gleiche Anteil der vereinbarten Volumina trägt Festpreise oder Preisuntergrenzen.

Die Liquiditätslage bleibt dennoch angespannt. Die Kassenbestände sanken im ersten Quartal von 523 Millionen Euro auf 364 Millionen Euro — ein Quartalsverbrauch von 159 Millionen Euro. Ein Abschluss der Lionheart-Finanzierung ist für das laufende zweite Quartal angepeilt, ein konkretes Datum steht noch aus. Gelingt der Abschluss, fällt der wichtigste Unsicherheitsfaktor weg; verzögert er sich erneut, dürfte der RSI von aktuell unter 11 — technisch tief im überverkauften Bereich — wenig Trost spenden.

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