Vulcan Energy verstärkt sein Kontrollgremium mit einem Namen, den die Rohstoffbranche gut kennt. Amanda Lacaze, ehemalige Vorstandschefin von Lynas Rare Earths, wird ab dem 17. August 2026 unabhängiges Aufsichtsratsmitglied bei dem deutsch-australischen Lithium- und Geothermieentwickler.
Lacaze führte Lynas Rare Earths über zwölf Jahre. In dieser Zeit machte sie aus einem aufstrebenden Förderer einen der weltweit wichtigsten Lieferanten für Seltene Erden. Diese Erfahrung soll nun Vulcan zugutekommen.
Ein Name mit Gewicht
Vulcans Executive Chairman Francis Wedin begrüßte die Personalie mit deutlichen Worten. Lacazes Erfolgsbilanz beim Aufbau westlicher Lieferketten für kritische Rohstoffe werde dem Unternehmen erheblich helfen, so Wedin in einer Mitteilung.
Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt. Vulcan treibt gerade den Bau seines Flaggschiff-Projekts Lionheart im Oberrheingraben voran. Die Anlage soll weltweit erstmals Lithium und Geothermie-Energie kombiniert aus einer Quelle gewinnen — kostengünstig und integriert.
Lacaze selbst nannte genau diesen technologischen Ansatz als Grund für ihren Einstieg. Vulcan hebe sich durch seine industrieführende Technologie klar vom Wettbewerb ab, erklärte sie. Sie freue sich, gerade jetzt einzusteigen — während Lionheart durch die Bauphase Richtung erster kommerzieller Produktion läuft.
Neben ihrem neuen Sitz bei Vulcan bleibt Lacaze Vorsitzende des Minerals Council of Australia. Zusätzlich engagiert sie sich bei Chief Executive Women.
Aufsichtsrat wächst weiter
Die Berufung reiht sich in eine Serie von Änderungen im Kontrollgremium ein. Vulcan baut seine Governance-Strukturen gezielt aus, während Lionheart in die entscheidende Bauphase übergeht.
Erst Anfang 2026 zog Roberto Gallardo in den Aufsichtsrat ein. Der Chief Strategy Officer von HOCHTIEF kam nach der Investition des deutschen Baukonzerns im Rahmen des umfassenden Finanzierungspakets von Dezember 2025 an Bord.
Aktie bleibt unter Druck
Die Vulcan-Aktie reagierte am Montag positiv auf die Personalie und legte um 4,76 Prozent auf 1,63 Euro zu. Der langfristige Trend bleibt allerdings angespannt: Seit Jahresbeginn hat das Papier 36,21 Prozent verloren und liegt damit fast 60 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 3,98 Euro aus dem Oktober 2025.
Der Bau von Lionheart läuft nach dem finanziellen Abschluss der 2,2-Milliarden-Euro-Finanzierung für die erste Bauphase bereits. Mit der Berufung von Lacaze und den vorangegangenen Board-Wechseln setzt Vulcan auf erfahrene Industrieköpfe, um Projektfortschritt und Governance parallel zu stärken — während das Unternehmen zugleich versucht, nach einem volatilen Börsenjahr das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen.
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