Zwei neue Bohrstellen, eine Royalty-Befreiung und ein milliardenschweres Finanzierungspaket — Vulcan Energy hat in dieser Woche viel zu vermelden gehabt. Der Kurs reagierte trotzdem mit einem Minus von fast zwölf Prozent am Freitag. Das Bild ist widersprüchlich.
Operativer Fortschritt, technische Schwäche
Vulcan hat offiziell mit den Vorbereitungen am zweiten Bohrstandort Trappelberg bei Landau im Oberrheintal begonnen — nach dem Auftakt am ersten Standort Schleidberg. Beide Standorte gehören zum Kernprojekt Lionheart, das Geothermie und Lithiumförderung kombiniert. Die eigentlichen Bohrarbeiten starten in der zweiten Jahreshälfte 2026.
Rhineland-Pfalz gewährte am 13. April eine Royalty-Befreiung für die Lithiumproduktion. Das entlastet die künftige Kostenstruktur spürbar.
Trotzdem steht die Aktie unter Druck. Mit 2,42 USD liegt der Kurs knapp sieben Prozent unter dem Jahresanfangsniveau und rund 39 Prozent unterhalb des 52-Wochen-Hochs von 3,98 USD. Der RSI von 38 signalisiert eine schwache Marktverfassung. Immerhin: Gegenüber dem Tief von 1,80 USD im März hat sich der Kurs deutlich erholt.
Das Finanzierungsfundament steht
Nach der finalen Investitionsentscheidung im Dezember 2025 steht ein Finanzierungspaket von 2,2 Milliarden Euro. Darin enthalten sind 1,185 Milliarden Euro an vorrangigen Schulden von 13 Instituten — darunter die Europäische Investitionsbank und fünf Exportkreditagenturen. Hinzu kommen Bundesfördermittel von 204 Millionen Euro sowie Eigenkapitalbeiträge von KfW, HOCHTIEF und Siemens Financial Services.
Glencore hat sich per Abnahmevertrag zu bis zu 44.000 Tonnen Lithiumhydroxid über acht Jahre verpflichtet. Phase eins von Lionheart zielt auf eine Jahresproduktion von 24.000 Tonnen — genug für rund 500.000 Elektrofahrzeugbatterien.
Quartalsbericht als nächster Prüfstein
Am 29. April legt Vulcan den Quartalsbericht für Q1 2026 vor. Es ist der erste detaillierte Finanzausweis nach der Investitionsentscheidung. Im Vorquartal flossen 7,2 Millionen Euro operativ ab — vor allem für Personal und Entwicklung. Ob dieser Mittelabfluss trotz gesteigerter Aktivität an mehreren Standorten kontrollierbar bleibt, ist die zentrale Frage.
Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,2 liegt weit unter dem Branchendurchschnitt von 5,8. Kumulierte Verluste von rund 70 Millionen Euro und ein negativer Fünfjahres-Aktionärsertrag von über 40 Prozent belasten die Stimmung. Erschwerend kommt hinzu: 413.811 Performance-Rechte verfielen, weil Vesting-Bedingungen nicht erfüllt wurden — CEO Cris Moreno und CFO Felicity Gooding verloren dabei eigene Anteile.
Am 28. Mai folgt die Hauptversammlung. Bis dahin muss das Management zeigen, dass der Weg zum geplanten Produktionsstart 2028 nicht nur finanziert, sondern auch operativ auf Kurs ist.
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