China öffnet seinen Lithiummarkt für globale Akteure. Dieser historische Schritt soll die globale Preisbildung revolutionieren. Bei Vulcan Energy kommt diese makroökonomische Aufbruchstimmung allerdings nicht an. Die Aktie des Geothermie-Spezialisten verharrt knapp über ihrem Jahrestief.
Chinas Dominanz im Lithiumhandel
Die Rohstoffbörse in Guangzhou erlaubt ausländischen Händlern ab sofort den direkten Zugang. Sie können in Yuan gehandelte Terminkontrakte und Optionen für Lithiumcarbonat nutzen. Als Sicherheit dürfen sie US-Dollar hinterlegen. Dabei gilt ein Abschlag von fünf Prozent.
Das asiatische Handelsvolumen stellt westliche Alternativen völlig in den Schatten. Die chinesische Börse verzeichnete im Mai 6,3 Millionen gehandelte Kontrakte. Die Terminbörse CME in Chicago kam parallel dazu auf knapp über tausend Abschlüsse. In London fand zeitgleich überhaupt kein Handel statt.
Aktie im charttechnischen Abwärtssog
Die fundamentalen Strukturveränderungen beflügeln den Kurs von Vulcan Energy kaum. Auf Wochensicht legte das Papier lediglich um knapp ein Prozent zu. Am Freitag schloss die Aktie bei 1,88 Euro.
Der mittelfristige Trend spricht eine deutliche Sprache. Die Folge: Im vergangenen Monat verlor der Titel knapp 21 Prozent an Wert. Seit Jahresbeginn summieren sich die Verluste auf rund 28 Prozent.
Auch die technischen Indikatoren signalisieren anhaltenden Druck. Der Kurs notiert deutlich unter der 50-Tage-Linie. Vom wichtigen 200-Tage-Durchschnitt bei 2,60 Euro ist das Papier rund 28 Prozent entfernt. Das 52-Wochen-Tief bei 1,77 Euro rückt damit wieder in bedrohliche Nähe.
Fokus auf das Kernprojekt
Die Bewertung des Unternehmens hängt weiterhin am deutschen Vorzeigeprojekt Lionheart. Für die Anlage im Oberrheingraben sicherte sich das Management ein Finanzierungspaket über 2,2 Milliarden Euro. Die geplante Produktionskapazität liegt bei 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr.
Diese Menge reicht für den Bau von etwa einer halben Million Elektroautos. Parallel dazu liefert die Anlage erneuerbaren Strom und Wärme. Die Technologie nutzt natürliche Erdwärme. Damit gewinnt Vulcan das Lithium direkt aus tiefen Thermalwasservorkommen.
Ein funktionierender asiatischer Terminmarkt erleichtert der Branche künftig die Preisabsicherung. Aktionäre von Vulcan Energy ignorieren dieses globale Signal derzeit völlig. Die hohe Schwankungsbreite von 57 Prozent zeigt die enorme Nervosität. Anleger warten nun auf konkrete Baufortschritte beim Lionheart-Projekt. Nur greifbare Meilensteine bei der Umsetzung rechtfertigen eine charttechnische Neubewertung fernab der 2-Euro-Marke.
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