Startseite » DAX » Vonovia: Value-add-Segment springt 30,1 Prozent

Vonovia: Value-add-Segment springt 30,1 Prozent

Vonovia verzeichnet solides Mietwachstum, leidet aber unter höheren Zinskosten. Der Aktienkurs liegt trotz bestätigter Prognose nahe dem Jahrestief.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Mietsegment mit deutlichem EBITDA-Plus
  • Zinsaufwendungen belasten das Konzernergebnis
  • Prognose für 2026 unverändert bestätigt
  • Analysten uneins über Aktienbewertung

Vonoivas Kerngeschäft läuft. Das Vermietungssegment wächst, die Prognose steht — und trotzdem notiert die Aktie rund 25 Prozent unter ihrem Jahreshoch. Das ist der Widerspruch, der Anleger gerade beschäftigt.

Vermietung trägt das Ergebnis

Das bereinigte EBITDA im Segment Rental stieg im ersten Quartal 2026 um 6,3 Prozent auf 629,7 Millionen Euro. Treiber waren organisches Mietwachstum von 4,0 Prozent und eine Auslastung von 98 Prozent. Die Leerstandsquote lag bei 1,9 Prozent — historisch niedrig.

Das Segment Value-add legte noch deutlicher zu. Das Ergebnis kletterte um 30,1 Prozent auf 50,1 Millionen Euro. Das Energiegeschäft spielt dabei eine wachsende Rolle.

Das gesamte bereinigte EBITDA der Gruppe wuchs moderat um 1,4 Prozent auf 711,6 Millionen Euro.

Zinskosten fressen Gewinne

Höhere Finanzierungskosten belasten das Ergebnis spürbar. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern sank um 4,1 Prozent auf 462,2 Millionen Euro. Das entspricht 0,54 Euro je Aktie. Das bereinigte Periodenergebnis für Aktionäre fiel um 7,2 Prozent auf 365,6 Millionen Euro.

Besonders auffällig: Der operative Free Cashflow brach von 633,6 auf 363,9 Millionen Euro ein. CFO Philip Grosse verwies auf erhöhte Marktvolatilität — auch ausgelöst durch den Konflikt im Iran.

Prognose bestätigt, Analysten gespalten

Für 2026 hält Vonovia an seiner Prognose fest. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 2,95 und 3,05 Milliarden Euro liegen. Das bereinigte EBT peilt eine Spanne von 1,9 bis 2,0 Milliarden Euro an. Der Dividendenvorschlag von 1,25 Euro je Aktie steht zur Abstimmung auf der Hauptversammlung am 21. Mai 2026 in Bochum.

Die Analystenmeinungen gehen weit auseinander:

  • Berenberg: Kaufen, Kursziel 38 Euro — Vonovia sei voll auf Kurs
  • DZ Bank: Kaufen, fairer Wert 33 Euro — solide Kernperformance
  • Barclays: Underweight, Kursziel 23 Euro — skeptisch trotz operativer Stärke

Der Kurs liegt bei 22,60 Euro und damit knapp über dem 52-Wochen-Tief von 20,97 Euro. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 6 Prozent verloren, auf Jahressicht sogar 24 Prozent. Der Abstand zum Berenberg-Kursziel beträgt fast 70 Prozent — das zeigt, wie weit Marktpreis und bullische Einschätzungen derzeit auseinanderliegen.

Anzeige

Vonovia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Vonovia-Analyse vom 8. Mai liefert die Antwort:

Die neusten Vonovia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Vonovia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Vonovia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Vonovia

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.