Mehr Baugenehmigungen, bessere Stimmung — auf den ersten Blick klingt das nach Rückenwind für Deutschlands größten Wohnungskonzern. Die Realität hinter den Zahlen ist komplizierter.
Genehmigungen steigen, Fertigstellungen hinken hinterher
Im Januar 2026 wurden rund 16.000 neue Wohnungen genehmigt — ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mehrfamilienhäuser, das Kernsegment für Bestandshalter wie Vonovia, legten auf 10.500 Einheiten zu. Das entspricht einem Anstieg von gut 7 Prozent.
Soweit so gut. Der Zentrale Immobilien Ausschuss mahnt jedoch zur Vorsicht: Eine Genehmigung ist keine Garantie für einen Spatenstich. Zwischen genehmigten Projekten und tatsächlich fertiggestellten Wohnungen klafft seit Jahren eine wachsende Lücke.
Der Grund liegt auf der Hand. Baukosten sind zwischen 2015 und 2023 um rund 60 Prozent gestiegen. Viele genehmigte Projekte bleiben deshalb liegen — schlicht weil sie sich nicht mehr rechnen.
Förderung allein löst das Problem nicht
Das Bundesbauministerium hat eine neue Runde seines Förderprogramms „Zukunft Bau“ gestartet. In Bayern verzeichnete die LfA Förderbank 2025 ein Zusagenplus von 46 Prozent. In Hessen entsteht ein Projekt mit Mieten mindestens 20 Prozent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete.
Das zeigt: Der Finanzierungsbedarf ist hoch. Förderprogramme können Impulse setzen, ersetzen aber keine tragfähige Projektkalkulation.
Für Vonovia bleibt die Frage, wie stark das Unternehmen selbst in Neubau investiert — oder ob Bestandsoptimierung und Portfoliobereinigung kurzfristig attraktiver bleiben als neue Bauprojekte bei weiterhin hohen Kosten.
Aktie unter Druck
An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit wider. Die Vonovia-Aktie notiert bei 23,24 Euro und liegt damit fast 10 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 30,25 Euro trennen den Titel mehr als 23 Prozent.
Der RSI von 33 deutet auf eine überverkaufte Lage hin — technisch gesehen ein Bereich, in dem Gegenbewegungen möglich sind. Fundamental muss Vonovia jedoch zeigen, dass steigende Genehmigungszahlen tatsächlich in operative Dynamik münden. Die nächsten Quartalszahlen werden das erste Messinstrument dafür sein.
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