Vonovia stellt sich auf eine verhaltene Ergebnisentwicklung ein. Mit den gestern veröffentlichten Neunmonatsergebnissen stellte der Konzern für 2027 nur leichtes Wachstum beim bereinigten operativen Ergebnis in Aussicht. Das bereinigte Vorsteuerergebnis soll etwa auf Vorjahresniveau liegen. Auch für das laufende Jahr und den mittelfristigen Ausblick orientiert sich das Unternehmen an den unteren Bereichen seiner Prognosespannen.
Prognosen am unteren Rand
Für das laufende Jahr erwartet Vonovia das Adjusted EBITDA in der unteren Hälfte der Spanne von 2,95 bis 3,05 Mrd. €. Diese Kennzahl bildet das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ab.
Beim Adjusted EBT fällt die Formulierung noch zurückhaltender aus: Das bereinigte Vorsteuerergebnis soll am unteren Ende der Spanne von 1,9 bis 2,0 Mrd. € liegen. Die beiden Ergebnisgrößen liefern damit kein einheitliches Wachstumssignal.
Das zeigt sich bereits in der Entwicklung der ersten neun Monate. Das Adjusted EBITDA erreichte 2.187,4 Mio. € und legte damit um 3,3 % zu.
Auf Ebene des bereinigten Vorsteuerergebnisses kam dieses Wachstum dagegen nicht an. Für Anleger ist deshalb entscheidend, die operative Entwicklung und das Ergebnis vor Steuern getrennt zu betrachten.
Das Adjusted EBT sank im selben Zeitraum um 3,5 % auf 1.408,0 Mio. €. Damit steht dem operativen Zuwachs ein Rückgang bei der zweiten zentralen Ergebnisgröße gegenüber.
Mittelfristig keine kräftige Beschleunigung
Der Ausblick auf das kommende Jahr setzt diese unterschiedliche Entwicklung fort. Vonovia erwartet beim Adjusted EBITDA einen leichten Anstieg. Beim Adjusted EBT stellt das Unternehmen dagegen ungefähr das Vorjahresniveau in Aussicht. Eine kräftige Ergebnisbeschleunigung kündigt der Konzern damit nicht an.
Für 2028 erwartet Vonovia das Adjusted EBITDA am unteren Ende der Spanne von 3,2 bis 3,5 Mrd. €. Auch auf diesem Zeithorizont ist somit nicht die obere Hälfte des Zielkorridors der Maßstab.
Für die Einordnung der Aktie zählt deshalb weniger das grundsätzliche Wachstumsversprechen als dessen Größenordnung. Die Prognosen verbinden einen leichten operativen Anstieg mit einem zunächst stagnierenden bereinigten Vorsteuerergebnis. Das begrenzt die Aussagekraft des EBITDA-Wachstums für die gesamte Ergebnisentwicklung.
Verkäufe und positive Analystenurteile
Parallel verfolgt Vonovia sein Verkaufsprogramm. Medienberichten zufolge veräußerte der Konzern in den ersten neun Monaten Immobilien für rund 900 Mio. €. CEO Luka Mucic sieht das Unternehmen auf Kurs, bis Ende 2028 Vermögenswerte in einer Größenordnung von 5 Mrd. € zu verkaufen.
Die Veräußerungen bilden damit einen weiteren Schwerpunkt neben der Ergebnisentwicklung. Der geplante Umfang reicht deutlich über das bereits erreichte Verkaufsvolumen hinaus.
Nach den Neunmonatsergebnissen bestätigten gestern zwei Analysehäuser ihre positiven Einstufungen. JPMorgan beließ Vonovia bei „Overweight“ mit einem Kursziel von 24,50 €. Jefferies bestätigte „Buy“ und ein Ziel von 23 €.
Diese Urteile stehen neben einem vorsichtigen Unternehmensausblick. Für Anleger bleibt die zentrale Unterscheidung: Vonovia erwartet operatives Wachstum, aber vorerst keinen entsprechenden Zuwachs beim bereinigten Vorsteuerergebnis.
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