Vonovia rutscht auf ein neues 52-Wochen-Tief. Die Aktie des Wohnungskonzerns notiert bei 18,76 Euro und damit nur noch knapp über der Marke von 18,66 Euro, die am Dienstag markiert wurde. Allein in den vergangenen 30 Tagen hat das Papier zwölf Prozent verloren, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 24 Prozent zu Buche.
Barclays bleibt skeptisch, Goldman kappt Kursziel deutlich
Die jüngste Analystenreaktion fiel am Montag negativ aus: Barclays senkte das Kursziel für Vonovia von 23 auf 20 Euro und beließ die Einstufung auf „Underweight“.
Auch Goldman Sachs strich ihre Erwartungen zusammen und reduzierte das Kursziel von 34,20 auf 29,50 Euro, hält aber trotz der deutlichen Korrektur an der Einstufung „Buy“ fest. Beide Bewegungen datieren vom selben Tag und markieren damit den aktuellsten Stand der Analystenmeinungen zu Vonovia.
Die Diskrepanz zwischen Barclays‘ skeptischer Haltung und Goldmans weiterhin positiver Einstufung trotz massiv gesenktem Kursziel zeigt, wie uneins die Marktbeobachter derzeit sind. Selbst optimistische Häuser trauen dem Immobilienkonzern kurzfristig deutlich weniger zu als noch vor Wochen.
Operative Nachrichten: Anleihe-Rückzahlung und Portfolio-Verkauf
Abseits der Kursziel-Diskussion meldete Vonovia am 18. August die vorzeitige Rückzahlung einer Anleihe über 500 Millionen Euro mit einem Kupon von 1,75 Prozent, die eigentlich erst 2027 fällig gewesen wäre. Solche Schritte gelten in der Regel als Signal für Bilanzdisziplin, auch wenn sie kurzfristig kein Kursimpuls waren.
Bereits am 17. August hatten die Porth Gruppe und Tristan Capital Partners den Erwerb des Lüneburg Residential Portfolio von Vonovia für 55 Millionen Euro vereinbart. Der Verkauf reiht sich in eine Serie von Portfolio-Transaktionen ein, mit denen der Konzern offenbar seine Bilanz entlastet.
Charttechnik zeigt überverkaufte Lage
Der technische Zustand der Aktie ist angespannt. Der Relative-Stärke-Index von 25,3 signalisiert eine deutlich überverkaufte Situation, die Aktie notiert zehn Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt und 18 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Zum 52-Wochen-Hoch von 28,88 Euro, erreicht Ende Februar, beträgt der Abstand mittlerweile 35 Prozent.
Medienberichten zufolge belastet neben der allgemeinen Zinsentwicklung auch ein politischer Mietenstreit die Stimmung rund um die Aktie. Konkrete neue Unternehmensfakten lieferten diese Berichte allerdings nicht, sie spiegeln vor allem die angespannte Marktstimmung wider.
Weitere Stimmen aus dem Analystenlager fielen zuletzt gemischt aus: ING stufte die Aktie Mitte August auf „Hold“ herab, während Jefferies bei „Buy“ blieb. Anfang August hatten sowohl Deutsche Bank Research mit einem Kursziel von 26 Euro als auch Jefferies mit 28,50 Euro noch deutlich höhere Kursmarken genannt – Werte, die angesichts des aktuellen Kursniveaus mittlerweile weit entfernt erscheinen.
Für Anleger bleibt die Kernfrage, ob die überverkaufte technische Lage eine Stabilisierung nahelegt, oder ob die fundamentalen Belastungsfaktoren aus Zinsumfeld und Mietenstreit weiteren Druck erzeugen.
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