Der Immobilienkonzern Vonovia sieht sich mit anhaltenden juristischen Konflikten und operativen Belastungen konfrontiert. Doch abseits der wohnungspolitischen Debatten wächst an anderen Fronten der rechtliche Druck auf den DAX-Konzern.
Juristischer Gegenwind vor Gericht
Zuletzt musste Vonovia eine juristische Niederlage hinnehmen. Am 9. September gab das Oberlandesgericht Hamm einer Unterlassungsklage des Deutschen Mieterbunds statt. Die Richter erklärten eine Klausel zur Stromlieferung in Wohnraummietverträgen für unzulässig, die von der Konzerntochter Deutsche Annington Beteiligungsverwaltungs GmbH und der Vonovia Energie GmbH verwendet worden war.
Nur wenige Tage später folgte der nächste Gang vor dasselbe Gericht: Am Donnerstag reichte die Deutsche Umwelthilfe beim Oberlandesgericht Hamm eine Unterlassungsklage gegen Vonovia ein. Gegenstand der gerichtlichen Auseinandersetzung sind Hürden bei der Installation von Balkonkraftwerken für Mieter.
Analysten dämpfen die Erwartungen
Auch am Kapitalmarkt trübte sich die Stimmung für Vonovia ein. Am 7. September stufte die Investmentbank Goldman Sachs die Aktie von Buy auf Neutral herab und kappte das Kursziel deutlich von 29,50 auf 21,20 Euro.
Die Skepsis spiegelt sich im Kursverlauf wider: Zum Handelsschluss am Freitag lag die Aktie bei 17,79 Euro. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus damit auf 28 Prozent. Das Papier notiert damit nur noch knapp über dem am 15. September markierten 52-Wochen-Tief von 17,55 Euro.
Operativer Cashflow im ersten Halbjahr eingebrochen
Hintergrund der verhaltenen Bewertung sind unter anderem die gemischten Halbjahreszahlen. Zwar stieg das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr 2026 um 2,4 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro, gestützt durch das Vermietungsgeschäft mit einem Zuwachs von 3,5 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro sowie das Segment Value-add, das um 27,6 Prozent auf 128,5 Millionen Euro zulegte.
Allerdings brach der operative Free Cashflow in den ersten sechs Monaten um 45,4 Prozent auf 607,5 Millionen Euro ein. Das bereinigte Ergebnis je Aktie gab im gleichen Zeitraum um 7,7 Prozent auf 0,91 Euro nach. Für das Gesamtjahr 2026 hält das Management dennoch an seinen Zielen fest.
Angepeilt werden weiterhin ein bereinigtes EBITDA von 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro, ein Vorsteuergewinn von 1,9 bis 2,0 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes Periodenergebnis zwischen 1,4 und 1,5 Milliarden Euro.
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