Zwei ehemalige Manager verurteilt, neuer CEO im Amt, operative Zahlen solide – doch ein Korruptionsfall kratzt am Ruf des größten deutschen Vermieters. Kann Luka Mucic den Konzern in ruhigeres Fahrwasser steuern?
Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
– Zwei Ex-Manager wegen Bestechung zu Haftstrafen verurteilt
– CEO-Wechsel vollzogen: Luka Mucic löst Rolf Buch ab
– Operative Kennzahlen für erste neun Monate 2025 überzeugen
– Neue Anleihe in Schweizer Franken platziert
Bestechung gegen Aufträge
Das Urteil fiel in der vergangenen Woche: Zwei ehemalige Vonovia-Manager müssen ins Gefängnis, nachdem sie Bargeld in Umschlägen angenommen und im Gegenzug Aufträge an bestimmte Firmen vergeben hatten. Der Fall betrifft zwar frühere Mitarbeiter und hat keinen direkten Bezug zur aktuellen Führung. Dennoch dürfte das Thema Compliance bei Investoren Fragen aufwerfen – gerade in einer Phase, in der der Konzern personell neu aufgestellt wird.
Mucic übernimmt, Buch signalisiert Vertrauen
Seit 1. Januar 2026 sitzt Luka Mucic am Steuer. Der ehemalige Vodafone-Finanzvorstand tritt das Erbe von Rolf Buch an, der Vonovia über eine Dekade geprägt hatte. Interessant: Buch kaufte am 29. Dezember 2025 Call-Optionen auf Vonovia-Aktien im Gesamtwert von rund 77.700 Euro – 76.000 Optionen mit unterschiedlichen Ausübungspreisen. Ein klares Signal, dass der scheidende Chef an die Zukunft des Unternehmens glaubt.
Solide Zahlen, verhaltener Ausblick
Die operativen Kennzahlen für die ersten neun Monate 2025 zeigen keine Schwäche: Das Adjusted EBITDA im Kerngeschäft stieg um 2,5 Prozent auf 1,847 Milliarden Euro, der operative Free Cashflow legte sogar um 27,4 Prozent auf 1,475 Milliarden Euro zu. Die Leerstandsquote blieb stabil bei 2,2 Prozent.
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Für 2026 peilt das Management ein Adjusted EBITDA zwischen 2,95 und 3,05 Milliarden Euro an – ein Zuwachs von etwa 200 Millionen Euro. Gleichzeitig erweitert Vonovia sein Finanzierungsportfolio: Eine neue Anleihe in Schweizer Franken mit Fälligkeit 2034 wurde platziert. In den ersten neun Monaten 2025 hatte der Konzern bereits Anleihen über 2,71 Milliarden Euro zu durchschnittlich 1,93 Prozent Zinsen begeben.
Marktumfeld bleibt schwierig
Eine aktuelle Studie prognostiziert stagnierende Transaktionsvolumina am deutschen Immobilienmarkt für 2026 – eine Belastung für den gesamten Sektor. Die Aktie notiert bei 25,23 Euro und damit deutlich unter den Analystenzielen von 34 bis 35 Euro. Immerhin: Am Donnerstag war Vonovia mit über zwei Prozent Plus der stärkste DAX-Wert und überwand den 50-Tage-Durchschnitt. Analysten sehen nun Potenzial in Richtung des 200-Tage-Durchschnitts bei 27,27 Euro.
Die Einigung im Streit um Balkonkraftwerke sorgte zuletzt für positive Schlagzeilen. Nach einem Rechtsverfahren der Deutschen Umwelthilfe erlaubt Vonovia nun die Installation von Stecker-Solaranlagen – eine Entscheidung mit Signalwirkung für hunderttausende Mieter. Ob das reicht, um die Reputationsschäden aus dem Korruptionsfall zu kompensieren, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
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