Vonovia-Chef Luka Mucic hat am Mittwoch erneut die Berliner Vergesellschaftungspläne kritisiert. Bereits die Debatte schwäche das Vertrauen in Eigentum, Investitionen und den Standort Deutschland, erklärte er laut Reuters. Vonovia und die Tochter Deutsche Wohnen verwalten nach Angaben der Nachrichtenagentur in Berlin und Umgebung rund 138.000 Wohnungen.
Zinsen erschweren Schuldenabbau und Verkäufe
Reuters nennt neben der politischen Debatte auch steigende Zinsen als Belastungsfaktor für Vonovia. Sie erschweren demnach den Schuldenabbau. Die sich abzeichnende Immobilienmarktkrise belaste zudem die geplanten Wohnungsverkäufe.
Vonovia hatte am 28. Oktober angekündigt, das Development-Geschäft strategisch zu überprüfen und Investitionen in Development-to-Hold zu reduzieren. Neue Manage-to-Green-Investitionen setzte der Konzern vorerst aus. Als Gründe nannte das Unternehmen gestiegene Finanzierungskosten und ein schwächeres Transaktionsgeschäft.
Dabei verwies Vonovia auch auf geringere Beiträge aus Verkäufen und Projektentwicklung. Die verkaufsorientierten Segmente blieben nach Unternehmensangaben vom Mittwoch durch das Marktumfeld belastet.
Analysten berücksichtigen Finanzierung und politische Risiken
Die Deutsche Bank senkte am Dienstag ihr Kursziel für Vonovia von 25 auf 20 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Buy“. Analyst Thomas Rothäusler begründete die Anpassung mit gestiegenen Marktzinsen und höheren Finanzierungskosten. Hinzu kämen erwartete niedrigere Portfolio-Bewertungen und erschwerte Verkäufe im europäischen Immobiliensektor.
Goldman Sachs hatte am Montag das Kursziel von 18,40 auf 18,20 Euro reduziert und die Einstufung „Neutral“ bestätigt. Analyst Jonathan Kownator verwies auf die Balance zwischen Wachstum, Ausschüttungen und Schuldenabbau. Auch das anhaltende Risiko der Berliner Vergesellschaftungsdebatte floss in seine Einschätzung ein.
Als nächsten bestätigten Termin hat Vonovia für den 9. November 2026 eine Roadshow zu den Neunmonatszahlen in Frankfurt angekündigt.
Ich halte die Warnung von Luka Mucic vor der Berliner Debatte für verständlich, doch die Lasten, die Vonovia selbst nennt, sind gestiegene Finanzierungskosten und ein schwächeres Transaktionsgeschäft. Entscheidend wird für mich, was die Roadshow zu den Neunmonatszahlen am 9. November 2026 zeigt.
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