Vonovia bleibt unter Druck. Die Aktie des Wohnungskonzerns notiert am Freitag bei 19,15 Euro und damit nur noch 2,6 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 18,66 Euro – ein deutliches Zeichen, wie stark der Titel in den vergangenen Wochen abgerutscht ist. Seit Jahresbeginn steht ein Kursverlust von 22 Prozent zu Buche.
Analysten senken Kursziele, bleiben aber gespalten
Am Freitag meldeten sich gleich zwei große Häuser mit neuen Einschätzungen zu Wort – mit gegensätzlicher Tendenz. Barclays kappte das Kursziel von 23,00 auf 20,00 Euro und stufte die Aktie zugleich auf „Underweight“ herab.
Goldman Sachs reduzierte sein Kursziel deutlich stärker, von 34,20 auf 29,50 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Buy“. Die Spanne zwischen einer skeptischen Herabstufung und einem trotz Kürzung optimistisch gebliebenen Kursziel zeigt, wie unterschiedlich die Analysehäuser die Risiken für Vonovia derzeit gewichten.
Der Kursverfall der vergangenen Tage hat handfeste Ursachen. Medienberichten zufolge belasten steigende Anleiherenditen sowie eine bedingte Kapitalerhöhung den Titel – zwei Faktoren, die das Vertrauen in die Bilanzstruktur des Immobilienkonzerns auf die Probe stellen. Am 1. September markierte die Aktie ein 52-Wochen-Tief, bevor sie einen Tag später auf ein Mehrjahrestief abrutschte.
Berliner Wahl als politischer Unsicherheitsfaktor
Neben den finanziellen Belastungsfaktoren rückt ein politisches Ereignis in den Fokus der Anleger: Laut Handelsblatt steht am 20. September die Berliner Wahl an, bei der für Vonovia viel auf dem Spiel stehen dürfte. Das Blatt bezeichnete den bevorstehenden Wahlsonntag bereits am Donnerstag als wesentliches Risiko für den Konzern und dessen neuen CEO Luka Mucic.
Berlin gilt als einer der größten Bestandsmärkte für Vonovia, entsprechend aufmerksam verfolgen Investoren mögliche wohnungspolitische Weichenstellungen, die aus dem Wahlausgang resultieren könnten. Für einen ohnehin angeschlagenen Kurs wäre eine für den Konzern ungünstige politische Entwicklung ein zusätzlicher Belastungsfaktor.
Die technische Lage untermauert die angespannte Stimmung: Der RSI-Wert von 35,1 deutet auf eine überverkaufte Aktie hin, ohne dass sich daraus bereits eine Trendwende ableiten lässt. Anleger dürften in den kommenden Wochen sowohl die Reaktion der Anleihemärkte als auch den Ausgang der Berliner Wahl genau beobachten, bevor sich eine klare Richtung für den Titel abzeichnet.
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