Der Iran-Krieg treibt Ölpreise und Inflationssorgen in die Höhe — und trifft Vonovia in einem ohnehin schwierigen Moment. Ausgerechnet zur Präsentation der neuen Konzernstrategie unter CEO Luka Mucic hat ein prominenter institutioneller Investor seine Beteiligung reduziert. Die Aktie notiert auf einem neuen 52-Wochen-Tief von 21,03 Euro.
DWS zieht sich zurück
Am 17. März meldete DWS Investment GmbH das Unterschreiten der Drei-Prozent-Meldeschwelle bei Vonovia. Die Beteiligung sank von 3,05 auf 2,95 Prozent — eine Bewegung, die nach Wertpapierrecht einmalig offenzulegen ist. Folgeverkäufe unterhalb dieser Schwelle sind nicht mehr meldepflichtig. Ob DWS seither weiteres Papier abgegeben hat, lässt sich daher nicht nachvollziehen.
Das Timing belastet die Kursentwicklung spürbar. In den vergangenen 30 Tagen hat die Aktie rund 25 Prozent verloren und liegt damit rund 30 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 30,25 Euro aus dem Mai 2025.
Operatives Bild steht im Kontrast zum Kurs
Die Geschäftszahlen für 2025 zeichnen ein anderes Bild. Das bereinigte EBITDA stieg um sechs Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, die Leerstandsquote liegt bei 2,1 Prozent, die Mietinkassoqoute bei 99,4 Prozent. Für 2026 erwartet der Konzern ein bereinigtes EBITDA zwischen 2,95 und 3,05 Milliarden Euro — die Guidance bleibt unverändert.
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Strategisch setzt Mucic auf Entschuldung: Bis 2028 soll der Loan-to-Value von über 45 Prozent auf 40 Prozent sinken, finanziert durch Assetverkäufe im Volumen von fünf Milliarden Euro. Den Anfang macht die niederländische Beteiligung Vesteda mit einem Buchwert von rund 200 Millionen Euro. Parallel sollen bis Ende 2026 Photovoltaikanlagen mit 300 MWp installiert werden — ein Jahr früher als ursprünglich geplant.
Zinsdruck überschattet die Strategie
Das makroökonomische Umfeld bleibt das eigentliche Problem. Der anhaltende Iran-Konflikt hat die Ölpreise zeitweise um zehn Prozent an einem einzigen Tag nach oben getrieben. Die damit verbundenen Inflationssorgen verschieben Zinssenkungserwartungen nach hinten — ein direkter Belastungsfaktor für Immobilienkonzerne, deren Refinanzierungskosten und Portfoliobewertungen stark von der Zinsentwicklung abhängen.
Am 22. Mai folgt der Ex-Dividenden-Tag, die Ausschüttung von 1,25 Euro je Aktie ist für den 26. Mai terminiert. Beim aktuellen Kursniveau entspricht das einer Dividendenrendite von knapp sechs Prozent — ein Puffer, der den Druck auf den Kurs jedoch bislang nicht abfedern konnte.
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