Vonovia trennt sich von einem Wohnportfolio in Lüneburg – zu einem Preis, der deutlich unter früheren Vorstellungen liegt. Der Deal zeigt, wie schwer sich Immobilienverkäufe abseits der Top-Metropolen derzeit gestalten. Die Aktie setzt ihre Talfahrt fort und markiert den dritten Verlusttag in Folge.
Tristan Capital kauft 975 Wohnungen
Der Londoner Investor Tristan Capital Partners übernimmt das Portfolio gemeinsam mit der Porth-Gruppe als Joint-Venture-Partner. Insgesamt wechseln 975 Wohneinheiten den Besitzer, rund 700 davon liegen im Stadtteil Kaltenmoor.
Der Kaufpreis liegt Medienberichten zufolge bei etwa 55 Millionen Euro. Noch 2024 waren rund 90 Millionen Euro im Gespräch. Der Abschlag von fast 40 Prozent zeigt: Käufer verhandeln hart, wenn Objekte außerhalb der großen Metropolen zum Verkauf stehen.
Für Vonovia passt der Verkauf trotzdem zur Strategie. Der Konzern will sich von nicht-strategischen Beständen trennen und seinen Fokus auf deutsche Kernmetropolen richten.
CEO Mucic fordert Reform der Mietregulierung
Vorstandschef Luka Mucic äußerte sich besorgt über die aktuelle Mietgesetzgebung. Debatten über Enteignungen und schärfere Mietpreisbremsen, besonders in Berlin, sorgen für Unsicherheit.
Mucic fordert einen Umbau der Regeln. Bedürftige Mieter sollen stärker geschützt werden. Einkommensstärkere Haushalte sollen dagegen mehr Freiheit bekommen – nur so bleiben Investitionen in Klimaschutz und Neubau wirtschaftlich sinnvoll, argumentiert der CEO.
Diese regulatorische Unsicherheit gilt als einer der Hauptgründe für die Zurückhaltung der Investoren. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 19 Prozent verloren und notiert nur noch 2,4 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 19,53 Euro.
Solide Zahlen, schwacher Kurs
Der aktuelle Kurs von 19,99 Euro liegt deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 23,31 Euro. Das zeigt: Der Abwärtstrend ist kein kurzfristiges Phänomen, sondern zieht sich über Monate.
Dabei stehen die operativen Zahlen gar nicht schlecht da. Im ersten Halbjahr 2026 bestätigte Vonovia seine Jahresziele und wies eine positive Wertentwicklung im Bestandsportfolio aus. Der Sektor bleibt trotzdem unter Druck – Anleger schauen derzeit stärker auf Verkaufserlöse und Finanzierungskosten als auf operative Kennzahlen.
Der Verschuldungsgrad LTV lag Ende Juni bei 46 Prozent. Um diesen Wert im Zielkorridor zu halten, braucht Vonovia weitere Portfolio-Verkäufe – auch wenn die Preise dabei, wie in Lüneburg, unter früheren Erwartungen liegen.
Vonovia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Vonovia-Analyse vom 19. August liefert die Antwort:
Die neusten Vonovia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Vonovia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Vonovia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
