Die Bundesregierung greift in die hitzige Berliner Mieten-Debatte ein. Ein neues Gesetz soll die Enteignung von Wohnungsbaukonzernen durch die Bundesländer künftig blockieren. Für Vonovia liefert diese politische Kehrtwende den stärksten Kurstreiber seit Wochen.
Rückendeckung aus Berlin
Am Donnerstag reagierte der Markt prompt. Die Papiere von Vonovia sprangen um sechs Prozent nach oben. Analysten von JP Morgan lobten das geplante Reformpaket. Sie werten den Vorstoß als klares politisches Signal gegen die anhaltende Enteignungsdebatte. Die Folge: Auch Konkurrenten wie TAG Immobilien, Aroundtown und LEG Immobilien profitierten massiv von dieser neuen Planungssicherheit.
Rückenwind durch schwache US-Daten
Im Schlepptau der Immobilienwerte erreichte der Leitindex neue historische Höhen. Der DAX schloss am Freitag bei knapp 25.780 Punkten. Das markiert den stärksten Wochenstart in den Juli seit Jahren. Neben den Reformen aus Berlin trieb auch das internationale Umfeld die Kurse. Schwächere Konjunkturdaten aus den USA wecken frische Hoffnungen auf Zinssenkungen. Die Börsen in Japan und Südkorea zogen parallel dazu kräftig an.
Kräftige Erholung vom Jahrestief
Zum Wochenschluss ging Vonovia bei 22,41 Euro aus dem Handel. Ein minimaler Tagesverlust am Freitag bremste den jüngsten Aufwärtstrend kaum. Auf Sicht von einem Monat steht ein deutliches Plus von rund zehn Prozent auf der Kurstafel. Damit hat sich der Titel spürbar von seinem Junitief abgesetzt.
Technisch hellt sich das Bild allmählich auf. Die Aktie hat ihren kurzfristigen gleitenden Durchschnitt erfolgreich zurückerobert. Die langfristige 200-Tage-Linie bei 24,23 Euro bleibt jedoch eine massive Hürde. Seit Jahresbeginn notiert der Konzern weiterhin rund sieben Prozent im Minus.
Das geplante Anti-Enteignungs-Gesetz der Bundesregierung verringert die regulatorischen Risiken erheblich. Obendrein stützt die Hoffnung auf sinkende US-Zinsen den kapitalintensiven Immobiliensektor. Scheitert Vonovia nun am nächsten charttechnischen Widerstand, droht ein Rückschlag. Gelingt der Ausbruch, rückt das alte Jahreshoch wieder als langfristiges Ziel in den Markt.
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