Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern liefert in der kommenden Woche seinen Bericht für das erste Quartal. Der Zeitpunkt ist heikel: Die Aktie notiert mit fast 22 Prozent Minus im Zwölfmonatsvergleich bei 22,92 Euro — und damit weit unter dem, was Analysten für fair halten.
Mietwachstum und operative Ziele
Für 2026 peilt Vonovia ein bereinigtes EBITDA zwischen 2,95 und 3,05 Milliarden Euro an. Ob das erreichbar ist, hängt vor allem von zwei Faktoren ab. Erstens: dem organischen Mietwachstum, das die hohe Nachfrage in Ballungsgebieten stützen soll. Zweitens: der Leerstandsquote, die zuletzt stabil bei 2,1 Prozent lag.
Diese Kennzahl ist kein Nebenwert. Sie zeigt direkt, wie gut das Portfoliomanagement arbeitet — und ob die Mieteinnahmen den Ergebniskorridor tragen können.
Milliarden fällig, Verkäufe geplant
Das eigentliche Druckthema ist die Bilanz. In den Jahren 2026 und 2027 werden Anleihen mit einem Gesamtvolumen von über fünf Milliarden Euro fällig. Vonovia hat bereits mit Eurobonds und Yen-Anleihen Liquidität gesichert. Das reicht aber nicht allein.
Das Unternehmen plant für das laufende Jahr Immobilienverkäufe im Volumen von rund zwei Milliarden Euro — vor allem Gewerbe- und Pflegeimmobilien. Das Ziel: die Verschuldungsquote (Loan-to-Value) bis 2028 auf rund 40 Prozent drücken.
Analysten sehen Potenzial — trotz NAV-Abschlag
JPMorgan-Analyst Neil Green hält die Aktie auf „Overweight“ und setzt das Kursziel bei 34,50 Euro. Er stuft die Refinanzierungsrisiken im aktuellen Basisszenario als gering ein. Die DZ Bank sieht den fairen Wert sogar bei 36,60 Euro.
Beide Kursziele liegen deutlich über dem aktuellen Kurs. Das Papier wird weiterhin mit einem erheblichen Abschlag zum bilanziellen Nettoimmobilienwert gehandelt — ein klassisches Muster im aktuellen Zinsumfeld.
Der RSI liegt bei 27,6 und signalisiert damit eine technisch überverkaufte Lage. Kurzfristige Gegenbewegungen sind möglich, sofern die Quartalszahlen keine negativen Überraschungen liefern.
Auf der Hauptversammlung im weiteren Monatsverlauf stimmen die Aktionäre über einen Dividendenvorschlag von 1,25 Euro je Aktie ab. Die Ausschüttung soll voraussichtlich steuerfrei aus dem Einlagekonto erfolgen.
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