In deutschen Großstädten herrscht akuter Wohnungsmangel, während die Bautätigkeit massiv einbricht. Für den Immobilienkonzern Vonovia ist dieses Marktumfeld eigentlich ein konjunktureller Hauptgewinn. An der Börse spiegelt sich diese operative Stärke derzeit allerdings nicht wider. Die Sorge vor milliardenschweren Refinanzierungen drückt den Aktienkurs tief in den Abwärtstrend.
Auf Wochensicht verlor das Papier rund fünf Prozent an Wert. Charttechnisch rutschte der Titel damit unter die wichtige 38-Tage-Linie. Seit Anfang März summiert sich der Abschlag auf fast 14 Prozent. Der Abstand zum Jahreshoch fällt mittlerweile deutlich aus.
Baustopp stützt das Kerngeschäft
Paradoxerweise profitiert das Bochumer Unternehmen stark von der Krise im Bausektor. Im ersten Quartal erreichten die Firmenpleiten in der Baubranche ein 20-Jahres-Hoch. Das sichert Vonovia eine verlässlich hohe Nachfrage nach den konzerneigenen Wohnungen. Die Vermietungsquote liegt bei nahezu 98 Prozent.
Diese Marktlage treibt die Erträge an. Das bereinigte operative Ergebnis stieg im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf rund 2,8 Milliarden Euro. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Management mit einem weiteren leichten Gewinnwachstum.
Zinsdruck belastet die Bilanz
Den soliden Kennzahlen steht eine angespannte Schuldenstruktur gegenüber. Bis Ende 2027 werden Anleihen im Volumen von fünf Milliarden Euro fällig. Der Konzern steuert bereits mit neuen Eurobonds und einer Yen-Anleihe gegen. Parallel dazu arbeitet das Management an einer niedrigeren Verschuldungsquote.
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Ein wichtiger Impulsgeber wartet am 30. April. Die Europäische Zentralbank entscheidet über den Leitzins. Eine Verlängerung der aktuellen Zinspause würde den Bewertungsdruck auf das Immobilienportfolio aufrechterhalten. Ein Zinsschritt nach unten würde die Refinanzierungskosten spürbar entlasten.
Hauptversammlung und Dividende im Fokus
Vor der Hauptversammlung am 21. Mai stehen personelle Weichenstellungen an. Der Aufsichtsrat schlägt Dr. Anne-Marie Großmann-Minkwitz als neues Mitglied vor. Sie soll auf Matthias Hünlein folgen. Außerdem stellt sich Jürgen Fenk zur Wiederwahl.
Finanziell wird der Mai für Aktionäre dicht getaktet. Am 7. Mai präsentiert Vonovia die Quartalszahlen, wobei der Markt besonders auf Immobilienverkäufe und den Schuldenabbau achtet. Zwei Wochen später stimmt die Hauptversammlung über die vorgeschlagene Dividende von 1,25 Euro je Aktie ab. Bei einem positiven Votum erfolgt die steuerfreie Ausschüttung ab dem 26. Mai.
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