Sieben Mal in Folge keine Zinssenkung — für Vonovia ist das kein Routinebeschluss. Die EZB ließ den Einlagensatz am 30. April 2026 bei 2,00 Prozent, während Bauzinsen je nach Laufzeit zwischen 3,8 und 4,3 Prozent liegen. Das trifft einen Konzern, der in den nächsten zwei Jahren Anleihen über fünf Milliarden Euro refinanzieren muss.
Zinspause mit Risiko
Die EZB sendet kein Entspannungssignal. Sie sieht die Inflationsrisiken gestiegen und entscheidet weiter von Sitzung zu Sitzung. An den Märkten gilt eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte im Juni als wahrscheinlich.
Vonovia hat bereits reagiert: mit Eurobonds und einer Yen-Anleihe. Das Kernziel bleibt, die Loan-to-Value-Quote von 45,4 Prozent bis 2028 auf rund 40 Prozent zu drücken. Dafür plant das Unternehmen Portfolioverkäufe über zwei Milliarden Euro — Gewerbe- und Pflegeimmobilien — sowie den Abbau von Minderheitsbeteiligungen für weitere 500 Millionen Euro.
Operative Stärke, schwacher Kurs
Das Kerngeschäft liefert. Das bereinigte EBITDA stieg 2025 um sechs Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Die Vermietungsquote lag bei 97,9 Prozent, das organische Mietwachstum bei 4,1 Prozent. Für 2026 rechnet das Management mit einem EBITDA zwischen 2,95 und 3,05 Milliarden Euro.
Der Kurs erzählt eine andere Geschichte. Die Aktie notiert bei 22,92 Euro — rund 24 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch und knapp 10 Prozent über dem Jahrestief. Der RSI liegt bei 27,6, ein Niveau das technisch als überverkauft gilt. Der Nettoinventarwert je Aktie steht bei 46,28 Euro: Die Aktie handelt mit einem Abschlag von mehr als 45 Prozent auf diesen Wert.
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Analysten sehen trotzdem Luft nach oben. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 34,62 Euro. Barclays ist mit einem Ziel von 23 Euro am vorsichtigsten, Deutsche Bank nennt 28 Euro, Goldman Sachs 31,30 Euro.
Hauptversammlung und Q1-Zahlen im Mai
Zwei Termine prägen den Mai. Am 7. Mai veröffentlicht Vonovia die Quartalszahlen — Analysten erwarten Bruttomieteinnahmen von rund 870 Millionen Euro. Besonders im Fokus: der Fortschritt bei den Portfolioverkäufen. Gelingt es, Bestände ohne nennenswerte Abschläge zu veräußern, könnte das die Sorgen um die Werthaltigkeit des Portfolios dämpfen.
Am 21. Mai folgt die Hauptversammlung in Bochum. Neben Abschluss und Gewinnverwendung steht ein neues Vergütungsmodell für den Aufsichtsrat zur Abstimmung: ein Festgehalt von 132.000 Euro jährlich, davon 20 Prozent verpflichtend in Vonovia-Aktien. Außerdem schlägt der Aufsichtsrat Dr. Anne-Marie Großmann-Minkwitz als Nachfolgerin für den scheidenden Matthias Hünlein vor.
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