Der WWF will Vermietern die gesamte CO₂-Kostenlast aufbürden. Für Vonovia, Deutschlands größten privaten Wohnungsvermieter, käme das zu einem schwierigen Moment.
Was der WWF fordert
In einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Forderungspapier verlangt der WWF: Vermieter sollen künftige Mehrkosten durch fossile Heizbrennstoffe vollständig selbst tragen. Das gilt für den nationalen und den europäischen CO₂-Preis — sowohl bei Neuanlagen als auch im Bestand. Hinzu kommen Zusatzkosten aus Beimischungspflichten für Biobrennstoffe und steigende Netzentgelte in der Gasversorgung.
Auslöser ist die laufende Reform des Heizungsgesetzes. Union und SPD wollen Öl- und Gasheizungen wieder ermöglichen und die pauschale 65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht streichen. Ab Januar 2029 müssen neue Gas- und Ölheizungen allerdings einen wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe nutzen. Wie Mieter vor steigenden CO₂-Kosten geschützt werden, ist bislang offen.
Operative Stärke, belastete Bilanz
Die Fundamentaldaten erzählen eine solide Geschichte. Für 2025 wuchs das bereinigte EBITDA um sechs Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Die Vermietungsquote lag bei 97,9 Prozent. Der Kurs hingegen notiert rund 7,6 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt — steigende Anleiherenditen drücken auf die Bewertung aller schuldenintensiven Immobilienkonzerne.
Beim Schuldenabbau macht Vonovia Fortschritte. Die Loan-to-Value-Quote soll bis 2028 von 45,4 auf rund 40 Prozent sinken. Dafür plant das Management Devestitionen von zwei Milliarden Euro, fokussiert auf Gewerbe- und Pflegeimmobilien. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA verbesserte sich von 15,1 auf 14,0.
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Hauptversammlung am 21. Mai
Auf der Hauptversammlung im RuhrCongress Bochum soll eine Dividende von 1,25 Euro je Aktie beschlossen werden. Der Ex-Tag folgt am 22. Mai, die Auszahlung ab dem 26. Mai. Die Ausschüttung soll vollständig aus dem steuerlichen Einlagekonto nach Paragraf 27 KStG erfolgen — für inländische Aktionäre fällt beim Zufluss keine Kapitalertragsteuer an.
Ein Haken: Die Steuer entfällt nicht dauerhaft. Jede Ausschüttung aus dem Einlagekonto mindert die steuerlichen Anschaffungskosten der Aktie. Wer später mit Gewinn verkauft, zahlt auf einen höheren Betrag. Die Steuer wird aufgeschoben, nicht erlassen.
Auf der Agenda steht außerdem ein neues Vergütungsmodell für den Aufsichtsrat: 132.000 Euro Grundvergütung pro Jahr, mit der Pflicht, jährlich 20 Prozent davon in Vonovia-Aktien zu halten. Kurz vor der Hauptversammlung, Ende April, legt Vonovia die Q1-Zahlen vor. Sie zeigen, ob das EBITDA-Ziel von 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro für 2026 erreichbar bleibt.
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