Während Volkswagen auf dem heimischen Markt die Elektro-Konkurrenz abhängt, braut sich jenseits des Atlantiks ein Sturm zusammen. Die Trump-Administration droht mit neuen Strafzöllen, die das wichtige US-Geschäft massiv gefährden könnten. Gleichzeitig zieht der Vorstand in Wolfsburg die Sparschraube weiter an – eine explosive Mischung für den Aktienkurs, der am Freitag weiter nachgab.
- Schlusskurs: 101,45 € (-1,46 %)
- Seit Jahresanfang (YTD): -4,56 %
- 50-Tage-Durchschnitt: 102,16 €
- RSI (14 Tage): 27,8 (überverkauft)
Strafzölle: Der Zeitplan steht
Das dominierende Thema für die Anteilseigner ist die Eskalation im Handelsstreit mit den USA. Auslöser ist ein Konflikt um Grönland, in dessen Folge US-Präsident Donald Trump Strafzölle gegen mehrere europäische Länder angekündigt hat. Für einen exportorientierten Konzern wie Volkswagen ist der Zeitplan alarmierend:
- Ab 1. Februar 2026: Einführung von Zöllen in Höhe von 10 Prozent.
- Ab 1. Juni 2026: Erhöhung auf 25 Prozent.
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) warnt bereits vor den Folgen. Da die Autoexporte in die USA bereits im Vorjahr unter Druck standen, trifft dieser Schritt den Konzern zur Unzeit. Marktbeobachter sehen in den Abgaben ein signifikantes Risiko für die Margen im Nordamerika-Geschäft, das eigentlich als Stabilitätsanker dienen sollte. Der jüngste Kursrutsch auf 101,45 Euro spiegelt diese Sorgen wider.
Sparzwang: Jahrgang 1968 muss gehen
Um den externen Belastungen entgegenzuwirken, forcieren die Wolfsburger ihre interne Restrukturierung. Der Konzern öffnet die Altersteilzeit nun für den Jahrgang 1968, bei schwerbehinderten Beschäftigten auch für 1969. Den Mitarbeitern winken dabei bis zu 95 Prozent des Nettolohns sowie ein Ausgleich der Rentenlücke.
Das übergeordnete Ziel bleibt ambitioniert: Bis 2030 sollen 35.000 Stellen wegfallen, wobei ein Großteil davon bereits vertraglich fixiert ist. Wie ernst die Lage ist, zeigt sich auch im Kleinen: Im Stammwerk Wolfsburg wurden zahlreiche Versorgungsautomaten geleert – eine symbolträchtige Maßnahme, die verdeutlicht, dass im Konzern derzeit jeder Cent umgedreht wird.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Volkswagen?
Licht und Schatten im Absatz
Fundamental sendet das Unternehmen widersprüchliche Signale. Während die Tochter Porsche in China zuletzt einen Absatzeinbruch von 26 Prozent verkraften musste, dominiert die Kernmarke VW den deutschen Heimatmarkt.
Mit einem Plus von gut 60 Prozent beim E-Auto-Absatz konnte VW die Konkurrenz auf Distanz halten. Der ID.7 avancierte 2025 zum meistverkauften Elektroauto in Deutschland, während Tesla Marktanteile verlor. Diese Zahlen belegen, dass die Produkte angenommen werden, sofern die politischen Rahmenbedingungen stimmen.
Fazit: Nervosität dominiert
Die operative Stärke im deutschen Markt wird derzeit von geopolitischen Risiken überlagert. Mit einem RSI von 27,8 ist die Aktie zwar technisch überverkauft, doch die fundamentalen Risiken durch die angekündigten US-Zölle wiegen schwer. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob die Diplomatie bis zum Stichtag am 1. Februar noch eine Aufweichung der Strafzölle bewirken kann oder ob die Margenbelastung Realität wird.
Volkswagen-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Volkswagen-Analyse vom 18. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Volkswagen-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Volkswagen-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Volkswagen: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
