Volkswagens Zusammenarbeit mit Xpeng liefert in China bislang deutlich weniger Absatz als geplant. Der gemeinsam entwickelte Elektro-SUV ID. UNYX 08 erreichte von April bis August durchschnittlich 267 Verkäufe pro Monat. Ursprünglich hatte Volkswagen mit monatlich 3.622 Fahrzeugen gerechnet. Das berichtet Reuters heute unter Verweis auf Zahlen von ThinkerCar. Für Anleger stellt das die bisherigen Erwartungen an die Partnerschaft infrage.
Volkswagen hatte sich 2023 an Xpeng gewandt. Die Zusammenarbeit sollte dem China-Geschäft neue Impulse geben. Die schwachen Verkaufszahlen zeigen nun, dass die gemeinsame Entwicklung eines Modells allein noch keinen ausreichenden Markterfolg sichert.
Volkswagen senkt die Absatzplanung
Nach Angaben von Reuters hat Volkswagen seine Absatzprognose für den UNYX 08 im Jahr 2026 um mehr als 60 Prozent auf 12.300 Fahrzeuge gesenkt. Damit korrigiert der Konzern seine Erwartungen bereits deutlich nach unten.
Die Anpassung betrifft nicht nur den unmittelbaren Marktstart. Auch für das Folgejahr setzt Volkswagen inzwischen niedriger an. Der geplante Absatzsprung bleibt allerdings erheblich und muss sich erst durch entsprechende Nachfrage bestätigen.
Für 2027 erwartet Volkswagen nun 64.000 Verkäufe statt ursprünglich 70.400 Fahrzeugen. Die niedrigere Prognose signalisiert vorsichtigere Annahmen, hält aber an einer deutlichen Ausweitung des Geschäfts fest.
Für Anleger liegt darin die zentrale Unsicherheit: Die Planung setzt weiterhin auf einen kräftigen Hochlauf. Der bisherige Verkaufserfolg liefert dafür noch keine überzeugende Bestätigung.
Konkurrenz setzt den Maßstab
Wie groß der Abstand zu Wettbewerbern ist, verdeutlicht der direkte Vergleich. Von April bis August verkaufte sich der UNYX 08 rund 1.300-mal. Im selben Zeitraum erreichte der Xiaomi YU7 fast 57.000 Verkäufe und der Zeekr 7X mehr als 21.000.
Der Rückstand betrifft damit nicht nur interne Zielmarken. Auch gegenüber konkurrierenden Modellen fällt die Nachfrage schwach aus. Das macht die Aufgabe schwieriger, mit der neuen Modellreihe eine stärkere Marktposition aufzubauen.
Das Vertriebsnetz von Volkswagen Anhui umfasst laut Reuters 166 Standorte. Auf den UNYX 08 gab es zuletzt einen Rabatt von 17 Prozent. Die bisherigen Verkaufszahlen blieben dennoch weit hinter dem ursprünglichen Plan zurück.
Zusätzlicher Preisdruck erschwert den Anspruch, aus höheren Stückzahlen auch einen stärkeren Ergebnisbeitrag zu erzielen. Für Volkswagen geht es deshalb nicht allein um Reichweite im Vertrieb, sondern um die wirtschaftliche Tragfähigkeit des neuen Angebots.
Nächstes Modell soll nachlegen
Die Bedeutung der Aufgabe reicht über ein einzelnes Fahrzeug hinaus. Chinas Anteil am Konzerngewinn ist Reuters zufolge von einst fast 50 Prozent auf rund 10 Prozent gesunken. Ein erfolgreicher Neustart hätte deshalb Gewicht für den gesamten Konzern.
Noch im Oktober soll der UNYX 09 in den Verkauf kommen. Damit steht der nächste konkrete Schritt der Modelloffensive bevor, obwohl der bisherige Absatz des UNYX 08 hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Volkswagen-Unterlagen sehen für den UNYX 09 fast 4.900 monatliche Verkäufe vor. Bis 2034 werden jährlich mehr als 90.000 Fahrzeuge prognostiziert. Diese Werte sind Planungsgrößen und noch kein Beleg für tatsächliche Nachfrage.
Entscheidend wird daher sein, ob Volkswagen die ambitionierten Vorgaben künftig in Verkäufe umsetzen kann. Nach dem schwachen Start des UNYX 08 zählt für Anleger weniger die Höhe neuer Absatzziele als deren Erreichbarkeit.
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