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Symbolbild, KI-generiert

Volkswagen Aktie: Wacklige Zukunft?

Die US-Zollpolitik reißt tiefe Löcher in die Bilanz des größten europäischen Autobauers. Konzernchef Oliver Blume beziffert die jährlichen Belastungen durch Importabgaben auf eine historisch hohe Summe und knüpft künftige Investitionen in Nordamerika an harte Bedingungen. Angesichts eines drastischen Gewinneinbruchs im abgelaufenen Jahr steht die gesamte US-Strategie der Wolfsburger auf dem Prüfstand.

Milliardenlast macht Exporte unrentabel

Durch die US-Zölle auf Autoimporte aus Mexiko sind zahlreiche Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten wirtschaftlich nicht mehr darstellbar. Laut CEO Blume beläuft sich der direkte und indirekte Schaden für das operative Ergebnis auf rund fünf Milliarden Euro pro Jahr. Abgaben von 27,5 Prozent auf in Mexiko produzierte Fahrzeuge führten zuletzt dazu, dass die Auslieferungen in Nordamerika um zehn Prozent sanken. Selbst bei einer Konzerntochter, die 2025 einen Absatzrekord in den USA verbuchte, fraßen die Zölle jeglichen finanziellen Gewinn vollständig auf.

Für einen Ausbau der US-Präsenz fordert das Management nun verlässliche Rahmenbedingungen und finanzielle Kompensationen. Ohne diese Zusagen stocken strategische Projekte. So kommen die Pläne für ein mögliches US-Werk der Tochter Audi derzeit nicht voran, da Gespräche über lokale Anreize bislang ergebnislos blieben.

Historischer Gewinneinbruch belastet den Kurs

Der Handlungsdruck für das Management ist massiv, denn der Zollstreit trifft Volkswagen in einer ohnehin extrem schwachen Phase. Im vergangenen Jahr brach der operative Gewinn um 53,5 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro ein. Der Nettogewinn fiel auf den niedrigsten Stand seit dem Diesel-Skandal. An der Börse spiegelt sich diese fundamentale Schwäche deutlich wider: Bei einem gestrigen Schlusskurs von 86,32 Euro notiert das Papier nur noch knapp vier Prozent über seinem 52-Wochen-Tief.

Als langfristige Antwort auf die Import-Problematik forciert der Konzern die lokale Fertigung. Die Marke Scout soll ab 2028 direkt in den USA produziert werden und langfristig einen Prozentpunkt zum bisher schmalen US-Marktanteil von vier Prozent beitragen. Das Projekt ist allerdings mit Mehrkosten von 1,2 Milliarden Euro verbunden, wovon bisher 900 Millionen Euro kompensiert wurden.

Defensiver Ausblick für das laufende Jahr

Eine schnelle Entspannung der finanziellen Lage ist vorerst nicht in Sicht. Für das Jahr 2026 rechnet Volkswagen lediglich mit einem Umsatzwachstum von maximal drei Prozent und einer operativen Umsatzrendite zwischen 4,0 und 5,5 Prozent. Strategisch rückt nun die für 2026 anstehende planmäßige Überprüfung des USMCA-Handelsabkommens in den Fokus, bei der sich die künftigen regulatorischen Exportbedingungen für den gesamten nordamerikanischen Markt entscheiden werden.

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