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Volkswagen Aktie: Vier Werke zur Schließung auf dem Prüfstand

Volkswagen erwägt Schließungen von vier Werken und eine Abspaltung der Kernmarke, um die Rendite zu steigern.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Vier Standorte von Schließung bedroht
  • Abspaltung der Kernmarke VW geplant
  • Schwache Quartalszahlen belasten Konzern
  • SSP-Plattform verzögert sich auf 2028

Vier Werke auf der Kippe, eine Kernmarke möglicherweise vor der Abspaltung — Volkswagen steht vor den tiefgreifendsten strukturellen Entscheidungen seit Jahren. Die Aktie notiert bei 88,14 Euro und hat seit Jahresbeginn fast 17 Prozent verloren.

Vier Standorte unter Druck

Vorstandschef Oliver Blume stellt die Wirtschaftlichkeit der Werke in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm infrage. Alle vier Standorte produzieren überwiegend Elektromodelle — darunter den ID.Buzz und den ID.7. Die Nachfrage bleibt schwach. Die Kosten pro Fahrzeug liegen trotz Einsparungen deutlich über dem Niveau chinesischer Wettbewerber. Das gefährdet das angestrebte Renditeziel von 6,5 Prozent.

Eine vollständige Werksschließung wäre eine klare Eskalation gegenüber dem bisherigen Sanierungskurs. Der Betriebsrat dürfte massiven Widerstand leisten.

Abspaltung der Kernmarke VW?

Parallel kursieren Berichte über eine mögliche rechtliche Verselbstständigung der Marke Volkswagen. Das Ziel: die Bewertungslücke des Konzerns schließen und die Marke stärker für den Kapitalmarkt öffnen. Als Vorbild gelten Porsche und die Lkw-Tochter Traton — beide wurden erfolgreich an die Börse gebracht.

Eine solche Abspaltung würde die bisherige, stark zentralisierte Konzernstruktur grundlegend verändern. Konkrete Beschlüsse gibt es bislang nicht.

Schwache Zahlen, verzögerte Plattform

Das erste Quartal 2026 lieferte wenig Rückenwind. Die Kernmarke VW verlor 7,6 Prozent bei den Auslieferungen. Porsche brach sogar um 14,7 Prozent ein. Einzig Skoda legte mit rund 14 Prozent zu.

Hinzu kommt eine technische Verzögerung: Die SSP-Plattform, die als Basis künftiger Elektrogenerationen dient, verschiebt sich auf 2027 oder 2028. Entwicklungsprobleme bei der Software-Tochter Cariad sind der Grund.

Der RSI liegt aktuell bei 76 — ein Niveau, das auf eine überkaufte Aktie hindeutet, obwohl der Kurs noch rund 9 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt notiert. Das zeigt, wie stark der jüngste Kursanstieg von einem schwachen Ausgangsniveau kommt.

Was jetzt zählt

In der kommenden Woche richten sich alle Augen auf offizielle Stellungnahmen zu den Standorten und zum Effizienzprogramm „Accelerate Forward“. Äußert sich der Konzern konkret zu Schließungsplänen, dürfte das die Auseinandersetzung mit dem Betriebsrat offen eskalieren lassen. Bleibt Blume vage, wächst die Unsicherheit weiter — für Belegschaft und Anleger gleichermaßen.

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Diskussion zu Volkswagen

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.