Vier Werke auf der Kippe, eine Kernmarke möglicherweise vor der Abspaltung — Volkswagen steht vor den tiefgreifendsten strukturellen Entscheidungen seit Jahren. Die Aktie notiert bei 88,14 Euro und hat seit Jahresbeginn fast 17 Prozent verloren.
Vier Standorte unter Druck
Vorstandschef Oliver Blume stellt die Wirtschaftlichkeit der Werke in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm infrage. Alle vier Standorte produzieren überwiegend Elektromodelle — darunter den ID.Buzz und den ID.7. Die Nachfrage bleibt schwach. Die Kosten pro Fahrzeug liegen trotz Einsparungen deutlich über dem Niveau chinesischer Wettbewerber. Das gefährdet das angestrebte Renditeziel von 6,5 Prozent.
Eine vollständige Werksschließung wäre eine klare Eskalation gegenüber dem bisherigen Sanierungskurs. Der Betriebsrat dürfte massiven Widerstand leisten.
Abspaltung der Kernmarke VW?
Parallel kursieren Berichte über eine mögliche rechtliche Verselbstständigung der Marke Volkswagen. Das Ziel: die Bewertungslücke des Konzerns schließen und die Marke stärker für den Kapitalmarkt öffnen. Als Vorbild gelten Porsche und die Lkw-Tochter Traton — beide wurden erfolgreich an die Börse gebracht.
Eine solche Abspaltung würde die bisherige, stark zentralisierte Konzernstruktur grundlegend verändern. Konkrete Beschlüsse gibt es bislang nicht.
Schwache Zahlen, verzögerte Plattform
Das erste Quartal 2026 lieferte wenig Rückenwind. Die Kernmarke VW verlor 7,6 Prozent bei den Auslieferungen. Porsche brach sogar um 14,7 Prozent ein. Einzig Skoda legte mit rund 14 Prozent zu.
Hinzu kommt eine technische Verzögerung: Die SSP-Plattform, die als Basis künftiger Elektrogenerationen dient, verschiebt sich auf 2027 oder 2028. Entwicklungsprobleme bei der Software-Tochter Cariad sind der Grund.
Der RSI liegt aktuell bei 76 — ein Niveau, das auf eine überkaufte Aktie hindeutet, obwohl der Kurs noch rund 9 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt notiert. Das zeigt, wie stark der jüngste Kursanstieg von einem schwachen Ausgangsniveau kommt.
Was jetzt zählt
In der kommenden Woche richten sich alle Augen auf offizielle Stellungnahmen zu den Standorten und zum Effizienzprogramm „Accelerate Forward“. Äußert sich der Konzern konkret zu Schließungsplänen, dürfte das die Auseinandersetzung mit dem Betriebsrat offen eskalieren lassen. Bleibt Blume vage, wächst die Unsicherheit weiter — für Belegschaft und Anleger gleichermaßen.
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