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Volkswagen Aktie: US-Probleme

Volkswagen verzeichnet im Schlussquartal 2025 einen deutlichen Absatzrückgang in den USA und startet einen umfangreichen Rückruf. Diese Rückschläge belasten die US-Strategie des Konzerns.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Starker Absatzeinbruch im US-Schlussquartal 2025
  • Groß angelegter Rückruf wegen Softwarefehler
  • Analysten bewerten Lage verhalten mit Hold-Einstufung
  • Strategischer Druck auf US-Geschäft wächst

Volkswagen kassiert in den USA gleich zwei Rückschläge: ein deutlicher Absatzeinbruch im wichtigen Schlussquartal 2025 und ein groß angelegter Rückruf wegen Softwareproblemen. Zusammen erzeugt das erheblichen Druck auf die US-Strategie des Konzerns – mitten in einer Phase, in der Margen und Vertrauen ohnehin unter Spannung stehen.

Doppelschlag in den USA

Auf dem US-Markt zeigen die jüngsten Zahlen ein klares Bild der Schwäche. Die Verkäufe von Volkswagen of America brachen im vierten Quartal 2025 um rund 20 % auf 82.798 Fahrzeuge ein. Auf Jahressicht gingen die Auslieferungen in den USA um 13 % auf etwa 330.000 Fahrzeuge zurück.

Besonders auffällig ist der Einbruch bei zentralen Modellen:

  • ID.4: -62 % im Q4 auf nur noch 248 Fahrzeuge
  • Jetta: -44 % im Q4
  • Atlas: -21 % im Q4
  • Tiguan: -17 % im Jahresvergleich

Beim Elektromodell ID.4 zeigt sich die Abhängigkeit von Förderungen besonders deutlich. Marktbeobachter führen den Rückgang vor allem auf den Wegfall von Steuergutschriften und eine abgekühlte Nachfrage nach E-Autos in den USA zurück. Dass gleichzeitig etablierte Verbrenner wie Jetta und Tiguan deutlich nachgeben, deutet auf breitere Probleme bei Produktpositionierung und Preisgestaltung hin.

Im Branchenvergleich wirkt die Schwäche noch schärfer: Wettbewerber wie Hyundai und Kia beendeten 2025 mit Rekordverkäufen in den USA und gewannen damit Marktanteile, während Volkswagen klar an Boden verliert.

Rückruf belastet Image

Parallel zu den schwachen Absatzzahlen kommt ein großer Rückruf hinzu. Laut der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA müssen in den USA mehr als 530.000 Fahrzeuge in die Werkstätten.

Betroffen sind:

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  • 356.649 Fahrzeuge der Marken Volkswagen und Audi
  • 173.538 Porsche-Modelle der Baujahre 2019 bis 2026

Ursache ist ein Softwarefehler, der zum Ausfall des Rückfahrkamerabildes führen kann und damit gegen US-Sicherheitsstandards verstößt. Technisch soll das Problem über ein kostenloses Software-Update behoben werden. Operativ bindet der Rückruf jedoch Ressourcen in Vertrieb und Service – und trifft ausgerechnet das Markenversprechen von Qualität und Zuverlässigkeit in einem Schlüsselmarkt.

In Kombination mit den schwachen Verkaufszahlen entsteht so ein unvorteiliger Mix: niedrigere Volumina, zusätzlicher organisatorischer Aufwand und ein Imageschaden, der die ohnehin schwierige Position in den USA weiter erschwert.

Analysten und Bewertung

Auf Analystenseite bleibt der Ton verhalten. J.P. Morgan-Analyst Jose Asumendi bestätigte am 6. Januar seine Einstufung „Hold“ mit einem Kursziel von 110 Euro. Er verweist auf gemischte Signale: Einerseits belasten die US-Zahlen und der Rückruf die Wahrnehmung der Marke, andererseits sieht er den Konzern in einer Konsolidierungsphase, in der strukturelle Anpassungen bereits laufen.

Am Markt spiegelt sich die Unsicherheit bisher nur moderat im Kurs wider. Heute notiert die Aktie bei rund 103,15 Euro und damit leicht unter dem Vortag. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt der Titel dennoch etwa 15 % im Plus, der Abstand zum 52‑Wochen‑Hoch bei knapp 110 Euro beträgt aktuell rund 6 %. Aus technischer Sicht verläuft der Kurs klar über den mittleren und langen Durchschnitten, während ein RSI von knapp unter 30 auf eine kurzfristig überverkaufte Situation hinweist.

Strategische Baustellen und Ausblick

Die Probleme in den USA treffen Volkswagen in einer Phase, in der die operativen Ergebnisse 2025 bereits unter Margendruck standen. Der schwache Jahresendspurt dürfte die Profitabilität im vierten Quartal zusätzlich belasten. Für Anleger rücken daher die anstehenden Jahreszahlen in den Mittelpunkt, wenn der Konzern detailliert offenlegt, wie stark sich die US-Schwäche in der Bilanz niederschlägt.

Gleichzeitig steigt der Handlungsdruck im Tagesgeschäft. Die Softwareprobleme müssen zügig per Update behoben werden, um weitere Reputationsschäden zu begrenzen. Strategisch braucht es für 2026 einen klaren Plan, wie das Geschäft in Nordamerika wieder stabilisiert werden kann. Volkswagen verweist hier auf den Start neuer Modelle wie des Tayron als Tiguan-Nachfolger sowie eine erweiterte Nutzfahrzeugpalette, die Impulse liefern sollen.

Kurzfristig dürfte die Aktie sensibel auf neue Nachrichten aus den USA reagieren – sowohl auf Fortschritte beim Rückruf als auch auf Signale zur Nachfrageentwicklung. Entscheidend wird sein, ob es dem Konzern gelingt, die Produktpalette und Preisstrategie so nachzuschärfen, dass der Abstand zur erfolgreicheren Konkurrenz auf dem US-Markt wieder kleiner wird.

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