Der Wolfsburger Automobilkonzern steht vor einer strategischen Zäsur. Um die schwächelnde Auslastung in den heimischen Werken zu sichern, prüft Volkswagen ernsthaft den Einstieg in die Rüstungsproduktion. Gleichzeitig soll ein Milliardenverkauf die Kassen für die Transformation füllen. Können diese radikalen Maßnahmen das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen?
Tabubruch in Osnabrück?
Die Suche nach Auslastung treibt das Management zu ungewöhnlichen Schritten. Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo bestätigte gegenüber der dpa, dass für das Werk in Osnabrück, wo aktuelle Fahrzeugmodelle auslaufen, Produktionsmöglichkeiten im Verteidigungssektor geprüft werden. Angesichts der geopolitischen Lage müssten Deutschland und Europa unabhängiger werden – eine Chance für den Standort.
Ganz neu ist das Terrain für den Konzern nicht. Die Tochter MAN produziert im Joint Venture mit Rheinmetall bereits seit Jahren Militärlaster. Dass eine Ausweitung auf PKW-Werke technisch machbar ist, zeigten erste Evaluierungen: Bereits im Februar präsentierte Volkswagen Prototypen möglicher Militärfahrzeuge auf Basis bestehender Plattformen.
Milliarden-Deal mit Everllence
Parallel zur Neuausrichtung der Produktion treibt Volkswagen den Verkauf von Randbereichen voran, um Liquidität zu generieren. Im Fokus steht die Tochtergesellschaft Everllence (ehemals MAN Energy Solutions), die Schiffsdiesel und Kraftwerksturbinen herstellt.
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Finanzkreisen zufolge bewerten potenzielle Käufer – darunter der japanische Motorenbauer Yanmar – die Sparte mit rund 8 Milliarden Euro. Banken bereiten laut Bloomberg bereits Kreditpakete vor. Ein erfolgreicher Abschluss dieser Transaktion würde dem Konzern dringend benötigtes Kapital verschaffen, um den teuren Umbau zur Elektromobilität zu finanzieren. Der Kapitalmarkt reagierte auf die bisherige Strategie zuletzt skeptisch: Die Aktie verlor in den vergangenen 30 Tagen über 14 Prozent an Wert und notiert aktuell bei 90,32 Euro.
Verbrenner-Laufzeit verlängert
Auch im Kerngeschäft passt Volkswagen seine Planung der Realität an. Der populäre VW Tiguan erhält eine deutliche Laufzeitverlängerung. Durch zwei geplante Facelifts in den Jahren 2028 und 2031 soll das Verbrennermodell bis mindestens 2035 in Produktion bleiben. Gleichzeitig läuft die Vorbereitung für den elektrischen Nachfolger des Golfs, der ab 2028 auf der neuen SSP-Plattform basieren soll.
Die Kombination aus Rüstungsaufträgen, dem potenziellen 8-Milliarden-Euro-Verkauf und der verlängerten Verbrenner-Strategie zeigt einen pragmatischen Kurswechsel in Wolfsburg. Für Aktionäre hängt nun alles davon ab, ob diese Maßnahmen schnell genug greifen, um die operative Marge zu stützen und den Kursboden zu finden.
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