Volkswagen meldet überraschend starke vorläufige Zahlen für 2025 – und die Aktie reagiert prompt. Im nachbörslichen Handel am Mittwoch schoss der Titel um 3,68 Prozent auf 100,65 Euro nach oben. Der Grund: Der Konzern hat seine eigene Prognose deutlich übertroffen.
Sechs Milliarden statt null
Die Autosparte erzielte 2025 einen Netto-Cashflow von rund 6 Milliarden Euro – nach 5 Milliarden Euro im Vorjahr. Das ist bemerkenswert, denn noch im September hatte VW die Prognose für diesen Wert auf nahezu null Euro gesenkt. Stattdessen lieferten die Wolfsburger eine Milliarde mehr als 2024. Die Nettoliquidität kletterte zum 31. Dezember 2025 auf über 34 Milliarden Euro, gegenüber 31 Milliarden Ende September. Erwartet worden waren nur rund 30 Milliarden Euro.
Verantwortlich für die positive Entwicklung waren vor allem zwei Faktoren: eine geringere Mittelbindung im Working Capital und niedriger ausgefallene Investitionen in Sachanlagen sowie Forschung und Entwicklung. Klingt nach Sparsamkeit – oder nach einem funktionierenden Sparprogramm?
Spartanischer September holt auf
Im September 2025 hatte Volkswagen wegen der Neuausrichtung der Modellpalette mit neuen Verbrennermodellen bei Porsche Belastungen in Milliardenhöhe verbuchen müssen. Die Folge: Der Konzern kassierte die Renditeprognose für 2025 sowie beide Prognosen für die Autosparte. Die nun vorgelegten vorläufigen Zahlen zeigen, dass die eingeleiteten Maßnahmen offenbar schneller greifen als gedacht.
JPMorgan reagierte am 21. Januar mit einer Bestätigung des „Neutral“-Ratings bei einem Kursziel von 110 Euro. Analyst Jose M. Asumendi sprach von einer „angenehmen Überraschung“ bei den Kennzahlen zum freien Barmittelfluss.
Vollständige Zahlen im März
Der vollständige Konzernabschluss für 2025 wird am 10. März 2026 veröffentlicht. Bis dahin müssen sich Anleger mit den vorläufigen Daten zufriedengeben. Die aber reichten aus, um der Aktie im nachbörslichen Handel deutlichen Auftrieb zu verleihen. Ob die Erholung nachhaltig ist, hängt davon ab, ob VW auch bei den operativen Kennzahlen liefern kann – und ob der angekündigte Umbau der Volumenmarken die erhofften Synergieeffekte erzielt.
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