Volkswagen muss die Bänder im strategisch wichtigen Werk Emden für einen kompletten Tag stilllegen. Sturmtief „Elli“ zwingt den Konzern zum Produktionsstopp – ausgerechnet dort, wo die Elektromodelle ID.4 und ID.7 vom Band laufen. Die Börse reagiert nervös.
Werk Emden schließt komplett
Der Konzern hat für Freitag, den 09. Januar 2026, beide Schichten gestrichen. Die offizielle Begründung: massive Verkehrsprobleme für die Belegschaft und erwartete Unterbrechungen in der Anlieferung. Um den Verlust aufzufangen, zieht das Management einen ursprünglich für Ende Januar vorgesehenen Ruhetag vor.
Die Fakten im Überblick:
- Produktionsstopp am 09.01.2026 in Emden
- Beide E-Modelle ID.4 und ID.7 betroffen
- Werk Wolfsburg produziert normal weiter
- Osnabrück und Zwickau befinden sich noch in Jahreswechselpause
- Aktie fällt auf 100,05 Euro (-2,2%)
Besonders heikel: Das Werk fertigt ausgerechnet die beiden Elektromodelle, auf deren Hochlauf der Konzern strategisch setzt. Jeder Stillstand in diesem Segment wiegt schwerer als in der konventionellen Fertigung. Die übrigen deutschen Standorte sind entweder in der regulären Winterpause oder laufen planmäßig.
Marke von 100 Euro wackelt
Die Anleger quittieren die Nachricht mit deutlichen Abgaben. Die Vorzugsaktie notiert bei rund 100 Euro und verliert damit über zwei Prozent. Der DAX gibt im gleichen Zeitraum nur 0,17 Prozent ab. Die Stammaktie zeigt ein ähnliches Bild und rutscht auf 101,20 Euro.
Aus charttechnischer Sicht ist die Marke von 100 Euro eine psychologisch wichtige Unterstützung. Ein nachhaltiges Abrutschen darunter könnte weiteren Verkaufsdruck auslösen.
ID.7 führt trotz Turbulenzen
Operativ läuft es beim ID.7 besser als der heutige Kurs vermuten lässt. Das Modell führte 2025 die deutschen Neuzulassungsstatistiken bei den Elektroautos an. Allein im Dezember fanden 2.934 Einheiten einen Käufer. Um diese Dynamik zu stützen, hat Volkswagen die Kaufprämie für ID.-Modelle bis Ende März 2026 auf bis zu 5.000 Euro erhöht.
Parallel sichert sich die Batterietochter PowerCo strategisch ab. Der mehrjährige Liefervertrag mit dem Spezialchemie-Unternehmen Cabot regelt die Belieferung mit leitfähigen Materialien für die nächste Batteriegeneration. Ein Baustein, um die Abhängigkeit von asiatischen Zulieferern zu reduzieren.
Wie es weitergeht
Der wetterbedingte Ausfall ist zeitlich begrenzt und wird durch die Vorverlegung eines Ruhetags teilweise kompensiert. Für die Aktie bleibt die Frage, ob die Marke von 100 Euro hält. Sollte sie nachhaltig unterschritten werden, dürfte weiterer technischer Verkaufsdruck folgen. Die nächsten Handelstage zeigen, ob Anleger den Vorfall als Eintagsfliege oder als Symptom fragiler Lieferketten werten.
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