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Volkswagen Aktie: Stolperstein gefunden?

Der Autokonzern streicht 50.000 Jobs und sieht sich mit Klagen konfrontiert, während der Gewinn einbrach. Die Aktie verliert deutlich.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gewinnrückgang um 44 Prozent im Jahr 2025
  • Stark divergierende Ergebnisse im Markenportfolio
  • Aktienkurs verliert über zwölf Prozent in 30 Tagen
  • Strategischer Fokus auf China und Elektromobilität

Der geplante Abbau von rund 50.000 Arbeitsplätzen hinterlässt tiefe Spuren in Wolfsburg. Während das Management der Kernmarke ehrgeizige Renditeziele für das laufende Jahr ausruft, rollt an den zuständigen Arbeitsgerichten eine Klagewelle der Belegschaft an. Der schmerzhafte Umbau des Autogiganten fordert seinen Tribut und offenbart tiefe Risse im gesamten Konzerngefüge.

Ein Blick auf die Bilanz des vergangenen Jahres erklärt die harte Gangart. Der Konzerngewinn brach 2025 um rund 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro ein. Um gegenzusteuern, peilt die Kernmarke für 2026 nun eine Umsatzrendite von über vier Prozent an, nachdem im Vorjahr lediglich 3,0 Prozent erreicht wurden. An der Börse sorgt das anhaltende Störfeuer aus Werksschließungen und juristischen Auseinandersetzungen jedoch für Zurückhaltung. Die Papiere gaben am Freitag um 1,80 Prozent auf 90,54 Euro nach und weiten damit das Minus der vergangenen 30 Tage auf über zwölf Prozent aus.

Gewinner und Verlierer im Markenportfolio

Innerhalb des VW-Imperiums verläuft die Entwicklung derzeit extrem unterschiedlich. Während die tschechische Tochter Skoda der Branchenkrise trotzt, straucheln die Premium-Segmente gewaltig. Die operativen Kennzahlen der wichtigsten Markengruppen im abgelaufenen Jahr zeigen ein klares Gefälle:

  • Skoda: Das operative Ergebnis stieg um 8,6 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, der Umsatz übertraf erstmals die Marke von 30 Milliarden Euro.
  • Audi (Progressive): Das operative Ergebnis sank um 13,6 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro bei einer Marge von 5,1 Prozent.
  • Porsche (Sport Luxury): Die operative Marge kollabierte von 14,5 Prozent im Vorjahr auf lediglich 0,3 Prozent.

Konzernchef Oliver Blume sucht angesichts dieser Zahlen nach weiteren Einsparpotenzialen. Davon bleiben auch Randbereiche nicht verschont: Neben einem geplanten Stellenabbau beim MAN-Werk in Salzgitter steht selbst die 100-prozentige Tochter VfL Wolfsburg auf dem Prüfstand.

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Politische Spannungen und der Blick nach China

Erschwert wird die Sanierung durch die politische Dynamik an den deutschen Standorten. Bei den jüngsten Betriebsratswahlen in Ostdeutschland gewannen alternative Listen massiv an Zulauf. Besonders im Werk Zwickau-Mosel, wo die Belegschaft bereits auf 8.200 Mitarbeiter geschrumpft ist, steht die langfristige Auslastung über das Jahr 2028 hinaus zur Debatte.

Um technologisch den Anschluss zu halten, richtet sich der strategische Fokus verstärkt auf Asien. Mit dem Modell ID.Unyx 08 und der Kooperation mit dem lokalen Hersteller Xpeng will Volkswagen im ersten Quartal 2026 seine Position im umkämpften chinesischen Elektrosegment stabilisieren.

Der Erfolg dieser asiatischen Produktoffensive sowie die weitere Entwicklung der US-Zölle definieren den finanziellen Spielraum für das laufende Jahr. Gelingt es nicht, die Profitabilität der Problemkinder Porsche und Audi zeitnah zu verbessern, dürften die ehrgeizigen Renditeziele der Kernmarke kaum zu realisieren sein.

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Dr. Robert Sasse

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