Der Sparkurs bei Volkswagen trifft auf Widerstand, und zwar ausgerechnet bei einer der profitabelsten Marken des Konzerns. Die Gewerkschaft der tschechischen Tochter Skoda lehnt den geplanten Gehaltsstopp bis 2030 ab. Zugleich baut der Konzern seine Softwareentwicklung für Fahrassistenz um.
Skoda stellt sich quer
Gewerkschaftschef Jaroslav Povsik machte auf einer Mitgliederversammlung klar, dass die Arbeitnehmervertretung OS KOVO weder eingefrorene Gehälter noch einen Stopp der Bonuszahlungen akzeptieren wird. Hintergrund sind Sparpläne, die einen konzernweiten Gehaltsstopp bis 2030 vorsehen. Der Konzernbetriebsrat hatte entsprechende Pläne bestätigt. Betroffen wären weltweit rund 660.000 Beschäftigte.
Der Widerstand hat ein starkes Argument im Rücken. Skoda steigerte im ersten Halbjahr 2026 den Umsatz um 6,3 Prozent auf rund 16 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis wuchs um denselben Satz auf 1,37 Milliarden Euro.
Die operative Marge von 8,5 Prozent liegt weit über der Rendite der Kernmarke Volkswagen Pkw, die auf 2,4 Prozent kam. Auch beim Absatz läuft es: 555.700 ausgelieferte Fahrzeuge bedeuten ein Plus von 9,1 Prozent, bei Elektroautos legte Skoda sogar um 48,3 Prozent zu.
Der Konzern steht dennoch unter Kostendruck. Hohe Produktionskosten, der harte Wettbewerb in China und milliardenschwere Investitionen in die Elektromobilität belasten. Kritik an den Einschnitten gibt es auch von Arbeitnehmervertretern in Deutschland. Marktbeobachter sehen daher das Risiko langwieriger Tarifauseinandersetzungen.
Neue Struktur für Fahrassistenz
Parallel dazu ordnet Volkswagen die Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen und hochautomatisiertem Fahren in Europa neu. In der Einheit „OneTeam“ werden Kompetenzen der Softwaretochter Cariad und der Konzernmarken gebündelt. Der Aufbau hat begonnen, formell soll die Einheit im November starten. Die Führung liegt bei Audi, geleitet wird sie von Cariad-Technikchef Manuel Birke.
Die Maßnahme passt zum Umbau bei Cariad. Konzernchef Oliver Blume setzt stärker auf externe Partner wie Xpeng in China und Rivian in den USA. Die Zusammenarbeit mit Bosch bei automatisierten Fahrfunktionen endete im Juli. Cariad schrumpfte seit Ende 2023 von rund 6.500 auf etwa 4.300 Beschäftigte, rund 1.000 weitere Stellen sollen wegfallen.
Börse reagiert verhalten
Die Vorzugsaktie gab am Morgen um 0,9 Prozent auf 68,50 Euro nach. Von einer heftigen Reaktion kann keine Rede sein. Entscheidend wird, ob Blume den Gehaltsstopp gegen die Belegschaft profitabler Marken durchsetzen kann, ohne Produktionsausfälle bei Skoda zu riskieren. Am 29. Oktober dürfte der Zwischenbericht Hinweise liefern, wie weit die Einsparungen bereits greifen.
Stand heute, 23. Oktober: Volkswagen – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Volkswagen investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 23. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
