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Volkswagen Aktie: Schubert soll Pickup-Projekt vorantreiben

Volkswagen beruft neuen Amerika-Chef und forciert US-Pickup-Projekt. Großaktionäre drängen auf Tempo beim Konzernumbau, während E-Auto-Absatz in Europa steigt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Marco Schubert leitet Nordamerika-Geschäft
  • US-Pickup-Produktion mit Ford geplant
  • Porsche SE fordert schnellere Konzernumbauten
  • E-Auto-Boom in Europa entlastet CO2-Rückstellung

Volkswagen ordnet seine Führung in Nordamerika neu und bringt damit ein altes Projekt wieder ins Rollen: einen in den USA gebauten Pickup-Truck. Zeitgleich wächst der Druck der Großaktionäre auf den Konzernumbau, während ein E-Auto-Boom in Europa zumindest bei den drohenden CO2-Strafen für etwas Entlastung sorgen könnte.

Neuer Amerika-Chef soll Pickup-Pläne vorantreiben

Marco Schubert, bislang im Vorstand von Audi, übernimmt ab sofort die Führung des Nordamerika-Geschäfts von Volkswagen. Der Wechsel ist Teil eines größeren Umbaus im Vertrieb, über dessen Details laut dem Manager-Magazin an der Konzernspitze weiter beraten wird. Der Personalwechsel fällt mit einer strategischen Weichenstellung zusammen: Volkswagen hat sich grundsätzlich dazu bekannt, bis zum Ende des Jahrzehnts einen in den USA produzierten Pickup-Truck auf den Markt zu bringen. Eine finale Entscheidung soll in den kommenden Wochen oder Monaten fallen. Im Gespräch ist eine Partnerschaft mit Ford, wobei das Fahrzeug technisch auf der Ranger-Plattform aufbauen könnte – ähnlich wie es beim bereits existierenden Amarok der Fall ist. Als mögliche Produktionsstandorte gelten Wayne in Michigan oder Chattanooga in Tennessee. Konkrete Pickup-Konzepte hatte Volkswagen bereits mit dem Atlas Tanoak im Jahr 2018 und dem Tarok 2019 gezeigt, ohne dass daraus eine Serienproduktion wurde. Für batterieelektrische Fahrzeuge soll parallel die Marke Scout als eigenständige Einheit aufgebaut werden.

Großaktionäre erhöhen den Druck

Der Vorstoß in Nordamerika fällt in eine Phase, in der die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch über ihre Holding Porsche SE offen auf Tempo beim Konzernumbau drängen. Porsche SE hält 31,9 Prozent des Kapitals und 53,3 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen. Für das erste Halbjahr 2026 weist die Holding einen Konzernverlust von 2,2 Milliarden Euro aus, nach einem Gewinn von rund 0,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Der Vorsitzende Pötsch bezeichnete Volkswagen als an einem historischen Wendepunkt stehend und mahnte, Entscheidungen dürften nicht länger aufgeschoben werden. Konzernchef Oliver Blume plant den sozialverträglichen Abbau von 50.000 Stellen, weitere 50.000 könnten folgen – in Summe stünden damit bis zu 100.000 Arbeitsplätze zur Disposition. Die Werke in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm gelten als ungewiss. Der Betriebsrat warnt, dass insgesamt 140.000 Arbeitsplätze betroffen sein könnten. Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen, das über 20 Prozent der Stimmrechte verfügt, hatten den Plan im Juli im Aufsichtsrat abgelehnt. Die nächste Aufsichtsratssitzung ist für Anfang September angesetzt – dort dürfte sich entscheiden, ob Blume seinen Kurs durchsetzen kann.

Hoffnungsschimmer bei den E-Antrieben

Abseits des Machtkampfs um die Sparpläne liefert das operative Geschäft zumindest ein positives Signal: Der Absatz elektrischer Modelle in Europa ist deutlich gestiegen, mittlerweile ist etwa jedes dritte bestellte Fahrzeug ein Stromer. Für die neue Kompaktfamilie um den ID.Polo sowie Schwestermodelle von Škoda und Cupra liegen bereits 70.000 Vorbestellungen vor. Dieser Trend könnte dazu führen, dass eine für die Jahre 2025 bis 2027 gebildete Rückstellung von 500 Millionen Euro für mögliche EU-Strafzahlungen wegen verfehlter CO2-Ziele nicht in vollem Umfang benötigt wird. Getrübt wird das Bild durch die Lage in den USA: Dort ruht die Produktion des ID.4, nachdem staatliche Förderungen für Elektrofahrzeuge gestrichen wurden. Im ersten Halbjahr 2026 stagnierte der Konzernumsatz bei 158 Milliarden Euro, während der operative Gewinn um 12 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro zurückging – ein Beleg dafür, wie sehr Restrukturierung und Markttransformation gleichzeitig auf das Ergebnis drücken.

Anleger reagieren verhalten optimistisch

An der Börse kam die Nachrichtenlage zuletzt moderat positiv an. Zum Freitagsschluss notierte die Aktie bei 76,42 Euro, ein Plus von 1,51 Prozent auf Tagessicht. Damit hat sich das Papier rund 10 Prozent von seinem 52-Wochen-Tief aus dem Sommer gelöst, bleibt seit Jahresbeginn mit einem Minus von 26,63 Prozent aber tief im roten Bereich. Die Gemengelage aus Sparzwang, ungelöstem Machtkampf im Aufsichtsrat und vorsichtigen Lichtblicken im E-Auto-Geschäft dürfte die Kursbewegung in den kommenden Wochen prägen.

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Diskussion zu Volkswagen

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

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